Nachdem ich hier ja schon aufgeschrieben habe, wie wir seit vielen Jahren als Familie Heiligabend feiern, erzähle ich Euch heute von unseren Silvesterbräuchen. Und wie bei allen Traditionen ist auch die Art, wie wir den Jahreswechsel feiern, geprägt von unseren Herkunftsfamilien: ich erinnere mich so gut und so gerne an die Silvester meiner Kindheit! Als wir klein waren, haben wir den Jahreswechsel ganz ruhig gefeiert: nur wir als Familie mit vielen Knabbersachen in vielen Schüsseln. Ich weiß nicht einmal mehr, wie wir uns die Zeit bis Mitternacht vertrieben haben! Wahrscheinlich mit Brettspielen. Aber ich weiß noch genau, daß wir uns gegen 23 Uhr warm eingepackt haben und auf einen Berg gelaufen sind, wo wir uns mit meinen geliebten Großeltern getroffen haben, um auf das neue Jahr anzustoßen und das Feuerwerk über unserer Heimatstadt zu bewundern. Dieses Gefühl, nachts noch einmal in die Dunkelheit zu gehen und auf einen Berg zu wandern (soweit ich mich erinnern kann, immer im knirschenden Schnee!): unvergeßlich!

Später, als wir Kinder älter waren, haben meine Eltern dann angefangen, Silvester mit ihren Freunden und deren Familien zu feiern: immer reihum, so daß jeder nur alle drei, vier Jahre eine Riesenparty für so viele Menschen ausrichten mußte! Was waren das für rauschende Feste: ich habe es geliebt! Da wurde sich richtig schick gemacht: schließlich waren unsere besten Freunde eine halb italienische Familie, deren Mamma sehr stilbewußt war und uns jedes Jahr wieder predigte, wir müßten an Silvester unbedingt rote Unterwäsche tragen, das bringe Glück für das ganze Jahr! So viel Wert auf das Äußere gelegt wurde, so viel Wert wurde auch auf die kulinarischen Köstlichkeiten gelegt: es war im allerbesten Sinne ein Fest. Die Gläser waren mit dicken Zuckerrändern verziert und alles glitzerte und glänzte. Wenn Langeweile aufkam, wurde italienisches Lotto um Geld gespielt: aber all die Freunde meiner Eltern hatten so viele Kinder, daß es niemals langweilig wurde. Hach, es war wirklich wunderbar!

Und dann hat man plötzlich eigene Kinder und möchte eigene Traditionen erschaffen! In den ersten Jahren waren wir noch oft im Weihnachtsurlaub bei meinen Schwiegereltern und durften dort mitfeiern. Aber irgendwann wollten wir auch zum Jahreswechsel zuhause bleiben. Das erste Mal, daß wir Silvester ganz alleine mit unseren (damals drei) Kindern feierten, war 2011: wir haben Raclette gegessen und als Nachtisch gab es Schokoladenfondue und das war schon Highlight genug.

Danach noch viele Runden Uno, ein frühes Kinderfeuerwerk in Form von Wunderkerzen und schon waren alle glücklich! Aber ein rauschendes Fest konnte man das nun wirklich nicht nennen! Also kam auch bei uns im nächsten Jahr die Idee auf, ob wir nicht zusammen mit unseren besten Freunden hier in Franken Silvester feiern wollten: und so kam es. Seit 2012 feiern wir jedes Jahr zusammen den Jahreswechsel: mal bei ihnen und mal bei uns und es ist einfach wunderbar! Denn auch, wenn es anfangs recht eng war in unserer kleinen Doppelhaushälfte, in der wir zur Miete wohnten: es gab endlich mal wieder Cocktails und nicht nur Kindercola!

In diesem Jahr starteten wir auch das erste Bild einer ganzen Bilderserie, die wir sehr lieben!

Mit Wunderkerzen zu malen ist nämlich eine ganz hervorragende Beschäftigung an Silvester: auch schon für Kinder!

Mit etwas Geschick kann man sogar auf diese Weise schreiben!

Wie das geht? Dazu braucht Ihr ein Stativ und im Idealfall eine Spiegelreflex-Kamera. Man verwendet einen manuellen Modus, bei dem man die Belichtungszeit vorgeben kann und wählt 10 Sekunden. Bei unserer Canon EOS 77D wird dazu der linke Drehknopf auf „Tv“ (time value) und der Belichtungszeitwert mit dem rechten Rädchen auf 10 Sekunden gestellt (10“). Auch mit einem Smartphone sind solche Aufnahmen prinzipiell möglich, man muss lediglich die Belichtungszeit entsprechend einstellen, was aber beispielsweise bei Apple Produkten nur mit zusätzlicher App funktioniert.

Auch die Kleinsten haben viel Spaß an der Wunderkerzenmalerei!

Denn irgendwie will die Zeit bis Mitternacht ja gefüllt werden! Wir treffen uns übrigens immer am späten Nachmittag: natürlich fein herausgeputzt, wie es der festliche Anlaß verlangt!

Wir essen dann auch recht früh zu Abend. Traditionell gibt es bei uns Raclette mit vielen Beilagen für abwechslungsreiche Pfännchen, wie Kartoffeln, Maiskörner, Bananen, Ananasstücke, Zwiebeln, Pilze und vielem mehr.

Da nicht alle von uns so käsebegeistert sind, machen wir seit einiger Zeit auch einen Pizzateig, mit dem man sich in dem Raclette-Pfännchen eine Minipizza selbst belegen kann! Das kommt bei den Kindern wesentlich besser an als Käse pur mit Gemüse!

Nach dem Essen dürfen die Kinder sich frei beschäftigen: meine Freundin bereitet immer ganz tolle Beschäftigungs-Countdowns vor! Da gibt es Ballons, gefüllt mit Süßigkeiten und Aufgaben, die zu bestimmten Zeiten aufgestochen werden dürfen:

Und es gibt Umschläge, die ebenfalls mit bestimmten Uhrzeiten versehen sind und in denen Spiel- und Beschäftigungsvorschläge stecken:

Ein anderes Jahr hatte meine Freundin ein riesengroßes Silvesterbild auf den Boden gelegt, an dem jeder nach Lust und Laune weiter- und mitmalen durfte:

Diese Aktion kam nicht nur bei den Kindern sehr gut an!

Während die Kinder also gut beschäftigt sind, spielen wir erst einmal ein Exit-Spiel: wir lieben es!

Durch knifflige Rätsel lösen und feine Drinks trinken, vergeht die Zeit nämlich ziemlich schnell!

Die Cocktails werden in unserem Hause übrigens immer von den Teenagern zubereitet: vom Heraussuchen der Rezepte bis zum Aufbau der Cocktailbar machen die wunderbaren jungen Damen hier alles alleine!

Mir macht es übrigens noch mehr Spaß, eine Party auszurichten, wenn wir uns ein Motto vornehmen. 2018, als wir mit der Familie meiner Schwester und unseren Freunden bei uns gefeiert haben, war das Motto „Alles wird gold!“

Ein sehr dankbares Motto, bis hin zu den Spielen:

Ich liebe so etwas ja sehr!

Aber auch nichtgoldene Silvesterfeiern sind etwas ganz Besonderes: bei uns gehören ein großer Stapel Berliner (auf fränkisch Krapfen!) und jede Menge Luftschlangen auf jeden Fall zu einer gelungenen Silvesterfeier dazu.

Und natürlich Glücksklee! Kein Jahreswechsel ohne Glücksklee!

Mir macht es übrigens auch unglaublich viel Freude, zu Silvester kleine Glücksbringer zu verschenken. Da hatten wir in den letzten Jahren schon so viele Ideen:

Gläser zum Sammeln von Glücksmomenten, zum Beispiel, die ganz individuell gestaltet werden können.

Kleine Glückspilze aus Bügelperlen, von den Kindern handgemacht:

Zu unserem „goldenen Silvester“ habe ich goldene Päckchen für eine goldene Zukunft verschenkt: mit Goldbüchlein, in die man alle goldenen Glücksmomente des Jahres eintragen konnte!

Als Mitbringsel zu Silvesterfeiern eignen sich selbstgemachte Liköre immer wunderbar: und natürlich das obligatorische Exit-Spiel!

Sehr feine Mitbringsel sind auch ein Bienenwachs-Orakel als umweltschonende Alternative zum Bleigießen und die wunderschönen Neujahr-Tees von Sonnentor. Und natürlich Glücksklee!

Wer lieber Bleibendes verschenkt: das Buch „Der alte Silvester und das Jahrkind“ wurde mir vor einigen Jahren von einer lieben Instagram-Freundin aus der Schweiz empfohlen und ist seither meine Lieblingslektüre an Silvester. Bei ruhigeren Silvesterfeiern ist es auch ein wunderschönes Ritual, dieses Buch vorzulesen! Ich stelle es Euch in diesem Blogbeitrag übrigens näher vor.

Aber zurück zur Silvesterfeier: sobald die Cocktailbar eröffnet ist, wird auch die Tanzfläche eröffnet … denn ohne Tanzen geht an Silvester gar nichts!

Der absolute Hit auf der Tanzfläche waren vor ein paar Jahren LED-Ballons: ja, ich weiß, überhaupt nicht nachhaltig! Aber alle paar Jahre ein riesengroßer Spaß für die Kinder!

Ok, ich geb’s zu: nicht nur für die Kinder! Aber was wäre das Leben ohne Ausnahmen!

Haben sich alle etwas müde getanzt, wird die Eisbar eröffnet: auch diese wird bei uns von den Kindern komplett in Eigenregie aufgebaut und verwaltet!

Und dann ist es auch nicht mehr weit bis Mitternacht. Also ziehen sich alle warm an und gehen raus: manchmal entzünden wir draußen eine Feuertonne oder ein Lagerfeuer, an dem man sich wärmen kann.

Das allergrößte Glück unserer Kinder ist übrigens kein Riesenfeuerwerk zu Silvester, sondern etwas, das es wirklich nur einmal im Jahr gibt: Riesenwunderkerzen!

Damit kann man herrlichen Feuerzauber veranstalten und die schönsten Muster schwingen.

Das ist für uns schöner als das größte Feuerwerk!

An Mitternacht wird natürlich draußen angestoßen und das neue Jahr begrüßt. Hinterher geht’s zum Aufwärmen wieder rein: und erst dann gibt es das Jahresorakel in Form von Wachsgießen (vor ein paar Jahren natürlich auch hier noch Bleigießen!).

Und irgendwann will dann auch wirklich niemand mehr tanzen und die ganze Partymeute geht in’s Bett. Am nächsten Morgen gibt es ein spätes Frühstück: bei unseren Freunden traditionell mit einem Riesenberg Pfannkuchen, bei uns traditionell mit einem Riesenberg Pancakes!

Und dann wird gemeinsam aufgeräumt: denn wer zusammen feiert, der räumt auch zusammen auf. Sobald wir dann wieder zuhause oder unsere Freunde heimgefahren sind, brechen wir zu unserem traditionellen Neujahrsspaziergang auf, während dem wir ein wenig Vorschau halten, was uns das neue Jahr wohl bringen mag. Abends gibt es dann eine allerletzte Tradition: den wunderbaren Episodenfilm „Happy New Year“. Ja, jedes Jahr: weil wir Traditionen einfach lieben.

Und deshalb wünsche ich Euch allen auch von Herzen viel Freude beim Erschaffen Eurer ganz eigenen Silvestertraditionen!

Laßt es krachen! Und habt ein ganz wunderbares neues Jahr!

 

 

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9 Kommentare
  1. Laura sagte:

    Liebe Uta, wie so oft bei so vielen anderen Dingen wie Geschenkideen und Rezepte lasse ich mich auch an diesem Silvester von euren Traditionen inspirieren…werden wir doch eine immer größere Runde mit Kindern. Vielen Dank dafür und einen wunderschönen und lustigen Rutsch ins neue Jahr 2024. Liebste Grüße Laura

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Laura!
      Vielen Dank für Deine lieben Worte! Ich wünsche Euch eine tolle Silvesterparty!
      Liebste Grüße von Uta

      Antworten
  2. Carolin sagte:

    So liebe Uta. In den Vorbereitungen zu Silvester habe ich selbstverständlich deinen Blogbeitrag nochmal zu Rate gezogen 😇 Dieses Jahr feiern wir zum ersten Mal mit Freunden, 4 Erwachsene, 4 Kinder zwischen 3-5 Jahre alt – zusammen, und auch wenn die Kids noch sehr klein sind und nicht bis 12 durchhalten werden, so kann ich doch so vieles umsetzen von deinen inspirierenden Ideen. Du beschreibst das alles so schön und detailreich und liebevoll, so dass man am liebsten dabei wäre 🥰✨ Danke dir! Liebe Grüße! Carolin

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Carolin!
      Ich habe Deine Nachricht erst jetzt entdeckt und hoffe sehr, Ihr hattet ein tolles Fest!
      Alles, alles Gute für das neue Jahr wünscht Dir von Herzen Uta

      Antworten
  3. Mondkindmama sagte:

    Liebe Uta,
    ich bin ja eh schon großartiges von dir gewohnt, aber der Blogbeitrag hat mich echt gefesselt. Du inspirierst mich immer wieder. Hoffentlich werden wir, bald zu viert, in den kommenden Jahren auch endlich die ein oder andere Tradition aufnehmen können.
    Alles Liebe und mach weiter so in den stürmischen Zeiten
    In tiefer Dankbarkeit
    Mondkindmama

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Mondkindmama!
      Was für wunderschöne Worte! Ich danke Dir von Herzen!
      Alles Liebe für Deine wachsende Familie und Dich!
      Sei herzlich gegrüßt von
      Uta

      Antworten
  4. Anna sagte:

    Liebe Uta! Danke für diesen inspirierenden Post, da sind so viele schöne Ideen dabei! Ich wünsche dir und deinen Lieben ein gutes neues Jahr! 🐞🍀🥂💕

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Anna!
      Danke für Deine liebe Rückmeldung!
      Auch für Dich ein wunderbares neues Jahr!
      Alles Liebe von Uta

      Antworten

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  1. […] umsetzbare Idee: Wir verzieren die Gläser mit einem (Birken-)Zuckerrand. Impulsgebend war dieser Blogartikel von Utas […]

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