Vor zwei Jahren haben wir Julias Konfirmation gefeiert: zu einer kaum mehr vorstellbaren Zeit, als große Familienfeste noch möglich waren. Und da wir dieses Jahr vor der Herausforderung stehen, unserer Clara ein Konfirmationsfest unter Coronabedingungen auszurichten, wollte ich Julias Fest noch einmal Revue passieren lassen. Übrigens würden wir eine Art Konfirmation ganz sicher auch feiern, wenn wir nicht christlich wären. Eine Initiationsfeier im 14. Lebensjahr, für den Übergang von der Kindheit zum Erwachsenenalter, gibt es seit Menschengedenken in so ziemlich allen Kulturen: diese Zeit sollte auf jeden Fall zelebriert werden, mit oder ohne Kirche. Auf jeden Fall aber mit den liebsten Menschen im Leben des Kindes! Meistens sind das die engsten Verwandten und die Taufpaten, bei uns darf natürlich auch die beste Freundin nicht fehlen. Und so beginnt die Konfirmationsvorbereitung auch lange vor der Konfirmation: mit den Einladungskarten.

Diese kann man natürlich mit einem schönen Portrait des Kindes selbst basteln: aber uns haben die Vorlagen des Online-Fotolabors so gut gefallen, daß wir uns dazu entschieden haben, sie drucken zu lassen.

Um der Einladungskarte dennoch eine persönliche Note zu verleihen, finde ich es wichtig, daß sie von der Konfirmandin von Hand geschrieben werden.

Sind die Einladungskarten erst einmal verschickt, kann man sich alle nötigen Gedanken rund um das Fest machen: wo wollen wir feiern? Was gibt es zum Essen? Haben wir genügend Geschirr in den Schränken? Was ziehen alle Familienmitglieder an? Und vor allem: was ist dem Konfirmationskind wichtig, an seinem großen Tag?

Während die Konfirmandin sich im Konfirmationsunterricht jede Woche innerlich auf die Konfirmation vorbereitet, kümmern wir uns um die Details. Ich finde es zum Beispiel immer schön, an einer großen Familienfeier Mitgebsel zu verteilen. Das soll nichts Großes sein, sondern eher etwas ganz Persönliches, das die Beschenkten noch lange an diesen schönen Tag erinnern soll. Nachdem ich die Zeit, in der Julia Konfirmationsunterricht hatte, immer zu einem ausgedehnten Spaziergang in Erlangens Schwabachanlagen genutzt habe, sind mir im Herbst vor ihrer Konfirmation ganz besonders schöne Eicheln in die Hände gefallen. Davon habe ich einige gesammelt und über den Winter getrocknet. Nach einer Idee der lieben Naturmama habe ich sie dann als Mitgebsel für die Konfirmation mit kupferfarbener Acrylfarbe bemalt.

Nach dem Bemalen durften sie erst einmal gut trocknen, um dann noch eine zweite Schicht Farbe zu bekommen.

An die Stiele der Eicheln kam eine feine Schnur zum Aufhängen.

Jede Eichel kam dann in eine kleine Pappschachtel, in die ich etwas Vlieswolle gelegt hatte.

Die Konfirmand*innen haben dazu jede*r eine DVD mit den Bildern der gemeinsamen Konfirmationszeit bekommen und für alle Gäste gab es zu den Eicheln eine Karte, die mein Samstagskind eigens für diesen Anlaß gestaltet hatte. Ich habe lange nach einem Spruch gesucht, der das Symbol der Eichel mit dem Eintritt in’s Erwachsenenalter verbindet: und ich finde, ich hätte keinen Passenderen finden können: „Don’t go through life, grow through life!“

Denn ist es nicht absolut spannend, Kinder, die man ein Leben lang begleitet hat, an dieser Schwelle stehen zu sehen? Was schlummert in diesen individuellen Persönlichkeiten? Was steckt in ihnen? Genau wie in jeder kleinen Eichel steckt etwas ganz Großes in jedem Menschen: er braucht nur die richtigen Bedingungen, um dieses Große aus sich herauszuholen. Und nichts wünsche ich diesen Jugendlichen mehr als die richtigen Bedingungen für ihr persönliches Wachstum!

Natürlich haben wir uns auch lange Gedanken über ein passendes Geschenk für unsere Konfirmandin gemacht. Da wir lieber Erlebnisse statt Geld schenken, hatten wir die Idee, unserer Julia etwas zu schenken, von dem sie als große Schwester dreier Geschwister wirklich sehr, sehr wenig hat: exklusive Zeit mit ihren Eltern! So haben wir ihr ein langes Wochenende mit uns geschenkt: in einer Stadt ihrer Wahl. Und damit das dann nicht New York oder Tokio wird, haben wir ihr in einem Holzkästchen ein paar Städte zur Auswahl gegeben.

Dieses Geschenk ist sehr gut bei unserer Großen angekommen und so konnten wir im Herbst 2019 ein wunderschönes langes Wochenende in Amsterdam verbringen: Eindrücke dieser unvergeßlich schönen Reise findet Ihr hier.

Meine Mama hatte die Idee, jeder ihrer Enkelinnen zur Konfirmation einen Obstbaum in unseren Garten zu pflanzen, da ja nur der Bub einen Plazentabaum im Garten unseres neuen Hauses gepflanzt bekommen hat. Julia hat sich anläßlich ihrer Konfirmation einen Pfirsichbaum ausgesucht und um die Pflanzaktion während ihrer Feier zu etwas ganz Besonderem zu machen, habe ich im Vorfeld Kärtchen an Bändeln vorbereitet, auf die jeder Gast gute Wünsche für die Konfirmandin notieren und anschließend an ihren „Wünschebaum“ hängen durfte.

Und dann war er auch schon da, der große Tag! Gleich am frühen Morgen kam meine liebe Freundin Anja, um Julia ihre Wunschfrisur zu machen: daran wage ich mich an solch wichtigen Tagen nicht!

Was für eine wunderbare und große Tochter wir doch haben!

Ich kann nur empfehlen, schon vor der Kirche ein paar schöne Portraits zu machen: denn der Rest des Tages vergeht wie im Flug!

Nach der Kirche haben wir uns auf Julias Wunsch in unserem liebsten Thai-Restaurant verwöhnen lassen.

Währenddessen hat meine Lucia zuhause ein phantastisches Kuchenbuffet gezaubert!

Wir hatten eine Torte beim Bäcker bestellt und der Rest war von uns und unseren Gästen selbst gebacken.

Ganz viel Obst gab es auch, auf Julias Kuchenbuffet!

Und natürlich Torten, die in meiner Familie schon seit Urzeiten zu allen wichtigen Familienfeiern gemacht werden: Tradition ist Tradition!

Julia war ziemlich glücklich beim Anblick all dieser Leckereien!

Ich hatte ja bis zuletzt auf ein sonniges Gartenfest gehofft, Anfang Mai! Aber leider war es kühl und unbeständig und so mußten wir 23 Personen in unserer Küche platzieren!

Das war durchaus eine Herausforderung, aber wir haben es geschafft!

Julia durfte sich die Farbgestaltung aussuchen und ansonsten haben wir ganz schlicht mit heimischen Wiesenblumen dekoriert.

Nach dem Kaffeetrinken wurden die Geschenke ausgepackt: was für eine Freude!

So individuell die Gäste, so individuell waren auch die Geschenke und ich hatte das Gefühl, unsere Konfirmandin wird den ganzen Tag in Liebe gebadet: wie schön!

Dann ging es noch mit allen zusammen in den Garten, um Julias Pfirsichbaum einzupflanzen.

Sie durfte ihn selbst in die Erde bringen!

Schließlich durfte jeder Gast seine guten Wünsche an den Baum hängen.

Ein Bäumchen voller Segenswünsche und Liebe: möge es gut gedeihen!

Und möge dieses Fest unserer Tochter ein Leben lang in guter Erinnerung bleiben!

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3 Kommentare
  1. Ulrike sagte:

    Liebe Uta, vielen Dank für den schönen Bericht. Wir feiern auch dieses Wochenende die Konfirmation unserer Großen und da war es sehr interessant, die Eindrücke und Ideen nochmal von euren beiden Konfirmationen zu lesen. Liebe Grüße, Ulrike aus Dresden

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Ulrike!
      Vielen Dank für Deine lieben Worte! Ich wünsche Euch von Herzen eine unvergeßlich schöne Feier!
      Alles Liebe von Uta

      Antworten
  2. Anschi sagte:

    Liebe Uta, du liebevolle und kreative Frau! Dein Beitrag liest sich ganz wunderbar und man spürt regelrecht, dass das kein Nullachtfuffzehn-Tag mit unpersönlichen Standardabläufen war. Ein Tag ganz für eure Tochter, der ihr und euch sicher in schönster Erinnerung bleibt! Unser Mädchen kommt dieses Jahr erst in die Schule (ähm… hast du da auch Ideen/ Erfahrungswerte :-)?), aber für Kommunion und Firmung merke ich mir eure Ideen von Herzen gerne- einfach einmalig und sooo liebevoll.
    Deine Anschi

    Antworten

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