Was macht Ihr eigentlich mit fleckigen weißen Kleidungsstücken? Wenn ich die Flecken trotz aller Bemühungen nicht mehr herausbekomme und diese an so ungünstigen Stellen sind, an denen ich nicht unauffällig einen hübschen Aufnäher platzieren kann, dann landen diese Kleidungsstücke bei uns in der Batiktasche. Wenn diese voll genug für eine Färbeladung ist (das kommt auch darauf an, wie kräftig Eure Farben sein sollen! Genaue Informationen dazu erhaltet Ihr auf den Packungen handelsüblicher Stoff-Farben zum Färben in der Waschmaschine), machen wir uns an´s Batiken. Ich liebe Batiken! Seit meinen ersten Batikversuchen in den 80er Jahren auf unvergeßlich schönen Zeltlagern des Evangelischen Jugendwerks meiner Heimatstadt Tuttlingen, habe ich es unzählige Male gemacht und werde ihm nicht müde. Die Ergebnisse sind einfach immer schön! Und vor allem: einzigartig! So bekommen die fleckigen Klamotten nochmal ein ganz neues Leben und werden hoffentlich noch viele Jahre weitergetragen. Dieses Upcycling-Projekt macht auch kleineren Kindern schon viel Spaß: allerdings muß man da oft noch etwas nachhelfen, damit die Schnüre auch richtig fest sitzen. Sonst ist das Öffnen der Schnüre nach dem Färbebad eher enttäuschend. Und das soll ja der beste Moment am Batiken sein! Wichtig ist, daß es sich um reinen Baumwollstoff handelt, da sich Textilien mit Polyesteranteil oder ähnlichem nicht färben lassen. Ich färbe immer in der Maschine, da maschinengefärbte Wäsche hinterher (bei korrekter Anwendung) auch farbecht ist und in der Maschine mit der übrigen Wäsche mitgewaschen werden kann, was mir sehr wichtig ist. Wer aber nur eine kleine Menge batiken will, kann das natürlich auch mit der entsprechenden Farbe im Eimer färben: so haben wir das ja jahrelang auf unseren Zeltlagern auch gemacht! Jetzt aber zur Anleitung:

Materialliste

  • alte/fleckige weiße Kleidungsstücke oder andere Textilien aus weißem Baumwollstoff
  • Naturkordel oder Baumwollschnur
  • Schere
  • Tape zum Schutz der Finger
  • Färbemittel zum farbechten Färben von Stoff in der Waschmaschine (wieviel benötigt wird, hängt vom Gewicht der zu färbenden Wäsche ab!)

Anleitung

Es gibt verschiedenste Muster, die durch das richtige Platzieren der Schnüre auf dem Kleidungsstück erreicht werden können. Die gängigsten Batikmuster möchte ich Euch im Folgenden vorstellen. Ganz wichtig ist bei allen Schnüren, daß Ihr sie SEHR fest bindet. Denn nur dort, wo die Farbe in der Waschmaschine oder im Eimer nicht hinkommt (also dort, wo Eure Schnüre ganz fest sitzen!), bleibt nach dem Lösen der Schnüre eine weiße Stelle zurück! Ich schütze deshalb meine Hände beim Abbinden mit Tapeband.

Das einfachste „Muster“ beim Batiken sind kleine Kreise: dazu nehmt ihr ein wenig Stoff nach oben und bindet ihn fest ab. Je mehr Stoff oberhalb der Schnur ist, desto größer wird der Kreis. Hier wurden relativ kleine Kreise abgebunden:

Wenn mehrere Kreise ineinander erscheinen sollen, muß das so aussehen:

Sehr fest gebunden ist das Ergebnis sehr klar. Wenn man aber absichtlich nicht ganz so fest zieht, dafür aber die abgebundenen Stellen etwas breiter macht, sieht das selbe Muster ganz anders aus:

Natürlich kann man auch Streifen batiken, hier in Kombination mit einem Kreis auf der Brust:

Man kann die Kordel auch ganz breit binden:

Oder ganz wild alle Techniken auf einmal anwenden:

Sehr schön ist es auch, ganz viele Kreise ineinander zu batiken. Ein großes Mulltuch  bietet sich dafür wunderbar an:

Ich denke, Ihr habt das Prinzip verstanden! Wenn Ihr alle Stellen, die weiß bleiben sollen, abgebunden habt, kommt das Färbebad dran: dazu befolgt Ihr bitte genau die Färbeanleitung Eurer Stoff-Farbpackung. Stoff-Farbe zum Färben in der Waschmaschine bekommt Ihr in jedem Drogeriemarkt, eine größere Farbpalette gibt es im Internet. Natürlich läßt sich das Prinzip des Batikens auch beim Färben mit Naturfarben anwenden, aber damit habe ich leider noch keine Erfahrung. Nach dem Färbebad wird die Wäsche mit den abgebundenen Stellen nochmals mit Colorwaschmittel in der Maschine gewaschen. Und so ungefähr verläßt sie die Waschmaschine:

Die Schnüre aufzuschneiden ist eine spannende Sache, die aber unbedingt die größeren Mitglieder der Familie übernehmen sollten: Löcher sind ja nicht gerade das, was wir in unseren „neuen“ Kleidungsstücken haben wollen! Zum Aufschneiden empfiehlt sich eine sehr spitze Schere, ich nehme immer eine Nagelschere. Wenn alle Schnüre gelöst sind und die Muster bewundert wurden, stecke ich alle Textilien nochmal für 20 Minuten in den Trockner (damit die Knitterfalten einigermaßen herausgehen), um sie dann zum Trocknen auf die Wäscheleine zu hängen.

Die ersten paar Wäschen sammel ich noch die gleichfarbigen Teile (obwohl man das laut Anleitung nicht muß – aber irgendwie habe ich immer großen Respekt davor, sie mit in die normale Wäsche zu geben!) und wasche sie zusammen. Aber nach zwei, drei Wäschen dürfen sie auch bei mir in die Buntwäsche und vertragen das gut. Vielleicht konnten wir Euch Lust auf Batiken als kleines Sommerferienprojekt machen? Das wäre schön! Es gibt so viele Muster auszuprobieren und so viele weiße Textilien zu verschönern!

 

 

 

 

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