Und wieder steht die Martinszeit bevor: eines der Jahresfeste, die ich besonders liebe. Bei der Geschichte des Heiligen Sankt Martin steht natürlich das Teilen im Vordergrund, hat er doch bei bitterer Kälte seinen wärmenden Mantel mit dem Bettler geteilt, an dem seine Kameraden achtlos vorübergeritten waren. Das Leid anderer zu sehen! Mitleid zu empfinden! Erkennen, wie viel man selber hat und daraufhin zu teilen, damit jeder etwas hat! Wieviel Gesprächsstoff steckt allein in dieser kurzen Geschichte!

Nutzen wir also die Martinszeit, um mit unseren Kindern in´s Gespräch zu kommen: darüber, wie unglaublich privilegiert wir sind und reich. Darüber, daß das nicht nur ein großes Glück ist, sondern daß es uns auch in die Pflicht nimmt, diejenigen wahrzunehmen, die weniger begünstigt sind. Und mit ihnen zu teilen! Der Jahreszeitentisch kann hier ein wunderbarer Anlaß dafür sein, ein solches Gespräch zu suchen und zu führen. Denn um Sankt Martin herum ist die beste Zeit im Jahreslauf, die Themen „Geben“ und „Nehmen“ anzuschauen und sich zu überlegen, ob sich die beiden in unserem eigenen Leben in etwa die Waage halten.

Aber natürlich sollte die Martinszeit von den kleinen Kindern nicht als schwer und traurig empfunden werden: deshalb bringen wir mit dem Drachenläufer auch viel Leichtigkeit und spielerische Daseinsfreude auf den Jahreszeitentisch!

Ein weiterer, wichtiger Aspekt der Martinszeit ist das Licht. Wenn die Nächte lang und dunkel sind, zählt jede noch so kleine Lichtquelle … und genau darum geht es rund um Sankt Martin! Wenn unsere Kinder mit Laternen durch die Straßen ziehen, sieht man eindrucksvoll, wieviel Licht und Wärme viele kleine Lichter zusammen ergeben. Und diese Erkenntnis gilt selbstverständlich auch im übertragenen Sinne: ein kleines Licht alleine hat der Dunkelheit nicht viel entgegenzusetzen! Aber wie viel können wir gegen die dunklen Mächte erreichen, wenn sich all diese kleinen Lichter zusammenfinden und gemeinsam strahlen?

Vor allem in der Martinszeit liebe ich es, bei Einbruch der Dunkelheit, die Kerzen auf unserem Jahreszeitentisch zu entzünden. Dadurch werden die dargestellten Szenen beinahe lebendig und die vielen warmen Lichter schaffen eine heimelige und behagliche Atmosphäre: eine reine Wohltat an feuchten und kalten Novembertagen!

Im Wald bei den Zwergen brennt ein geheimnisvolles Edelsteinfeuer in Form einer Achatscheibe, die Lampionblümchen tragen ihre wunderschönen Lampions durch die Dunkelheit und die verbliebenen Hagebutten kuscheln sich eng aneinander, um den kalten Novemberwinden zu trotzen. Wir kochen jede Menge Tee und wärmen uns nach dem Martinsumzug an einem knisternden Ofenfeuer – ist der November nicht einer der gemütlichsten Monate überhaupt?

Wenn Ihr neugierig seid, wie unser Jahreszeitentisch letztes Jahr zu Sankt Martin aussah, könnt Ihr ihn hier anschauen. Ich wünsche Euch und Euren Kindern eine gesegnete Martinszeit: möge sie uns alle näher zusammenbringen!

 

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