Kurz vor den Sommerferien suche ich immer nach kleinen, feinen Geschenkideen für die Erzieherinnen unseres Kindergartens (oder die Musiklehrer, Lehrer und sonstigen guten Geister im Alltag unserer Kinder): denn ich finde, man kann diesen Menschen, die unsere Kinder jeden Tag so liebevoll und engagiert begleiten, gar nicht genug danken! Letztes Jahr habe ich zu diesem Zweck einige Seifen eingefilzt, was sehr gut ankam. Man kann diese eingefilzten Seifen gerade jetzt im Sommer sehr gut nach getaner Gartenarbeit brauchen, denn die Wollschicht um die Seife herum hat einen sehr gründlich reinigenden Effekt: so werden Gartenhände oder auch die Füße nach einem Barfußtag wieder ganz schnell sauber! Die Filzseife hat schon seit Jahrhunderten Tradition in der Körperpflege. Früher umwickelte man Seifenstücke mit Schafwolle, was in den Badestuben den unerschwinglichen Schwamm aus dem Mittelmeerraum ersetzte. Durch das Umfilzen verbraucht sich die Seife nicht so schnell, da schon geringe Mengen Seife wunderschön weich aufschäumen. Durch die natürliche Schafwolle entsteht zudem noch ein toller Peelingeffekt und die Durchblutung der Haut wird gefördert. Die Seife eignet sich natürlich auch als Duft im Kleiderschrank. Und eine der Beschenkten vom letzten Jahr meinte, sie kann sich gar nicht mehr vorstellen, ohne die Filzseife zu baden! Da aber die meisten Menschen noch nie etwas von Filzseife gehört haben, empfiehlt es sich, eine kleine Anleitung beizulegen: wir haben uns die Mühe schon gemacht, Banderolen für kleine Geschenktüten zu gestalten, weshalb ich Euch diese am Ende des Blogbeitrags einfach als pdf-Datei zur Verfügung stelle. Das Umfilzen von Seife ist gar nicht so schwierig: wichtig ist, die Seife recht fest um das Seifenstück zu wickeln und beim Tauchen darauf zu achten, daß nicht alles zu locker wird und auseinanderfällt. Aber nun zur Anleitung:

Materialliste

  • Filzwolle im Vlies (Strangwolle oder Märchenwolle verfilzt nicht so schnell und ist deshalb für Anfänger nicht geeignet!), in den Farben Eurer Wahl
  • Pflanzenölseifen Eurer Wahl, am besten die einer Naturkosmetikmarke
  • alte Reste von Bistrotgardinen
  • Filzunterlage (wir verwenden diese Abtropfunterlagen für Schuhe mit hohem Rand)
  • heißes Wasser in einer alten Schüssel
  • Seife, welche gleich in die Schüssel mit heißem Wasser gelegt wird
  • Handtücher

Anleitung

Zuerst einmal baut man alles auf einem Tisch auf, was man zum Filzen benötigen: die Filzunterlagen kommen auf den Tisch, die Handtücher zum Aufwischen, die Bistrotgardinen, in handliche Stücke geschnitten (man braucht sie immer wieder zum Filzen!), die Vlieswolle und eine alte Schüssel mit heißem Wasser, in die man eine Seife (ich verwende Seife auf Olivenölbasis aus Frankreich) legt.

Dann zupft man sich die Vlieswolle zurecht: man nimmt das Vlies und zieht die einzelnen Schichten mit zwei Händen voneinander ab (also flächig auseinander!). Auf diese Art bekommt man aus einer Fläche Vlieswolle je nach Dicke zwei bis drei Flächen dünnes Vlies. Dieses wird in dünne Streifen gerissen, mit denen wir die Seifenstücke später schön umwickeln können. Man sollte sich schon jetzt Gedanken um die Verzierung der Filzseifen machen, denn auch diese andersfarbige Wolle sollte man sich vor dem Filzen mit trockenen Händen zurechtzupfen.

Jetzt nimmt man die einzufilzende Seife in die trockenen Hände und umwickelt sie so eng wie möglich mit mehreren Schichten dünner Vlieswolle. Bitte nicht einfach die Seifenstücke in größere Vliesstücke einpacken, das gibt so gut wie immer Falten. Ich wickel alle drei bis fünf Schichten (je nach Dicke der einzelnen Vlieslagen) aus kleinen Streifen und wickel dann nur als letzte Schicht alles in ein großes Stück Vlieswolle, damit ein Paket mit einer flachen, schönen Oberseite entsteht.

Dann wird dieses Seifenpäckchen eng von den Händen umschlossen und komplett in das sehr warme Seifenwasser getaucht: gut festhalten! Wenn Euch dieser Schritt mißlingt, packt die Seife gleich vor dem ersten Tauchgang eng in eine Bistrotgardine ein und haltet die Enden der Gardine sehr fest gespannt.

Jetzt legt man vorsichtig ein Muster in einer anderen Farbe auf das Seifenstück, packt es ganz eng in die Bistrotgardine ein und taucht die Seife nochmals in das heiße Wasser. Jetzt darf durch die Gardine hindurch vorsichtig das Muster „eingestreichelt“ werden. Wenn Ihr merkt, daß es fest sitzt, dürft Ihr anfangen, die Seife von allen Seiten kräftig zu bearbeiten (möglichst gleichmäßig, dann entstehen keine Falten!).

Das Seifenstück immer wieder auspacken, mit einer anderen Seite nach oben neu in die Gardine einpacken, heiß tauchen und kräftig bearbeiten, bis die Wollschichten ganz eng um die Seifenstücke sitzen.

So geht Ihr mit allen einzufilzenden Seifen vor. Falls Ihr auch, wie ich letztes Jahr, verschiedene Seifensorten einfilzt, dann vergeßt nicht, diese durch verschiedenfarbige Muster zu kennzeichnen! Am Ende des Filzvorganges werden noch ein letztes Mal alle Seifen kurz in richtig heißem Wasser „gebadet“, dann ziehen sich die Wollfasern nochmals schön zusammen.

Dann wird jede einzelne Filzseife gut abgetropft und zum richtigen Durchtrocknen in ein Handtuch gewickelt, ausgepresst und auf einem Backrost in der Sonne getrocknet.

Während die Seifen trocknen, könnt Ihr schon einmal die Banderolen für die Verpackung ausdrucken und beschriften.

Bei der pdf-Datei für Euch habe ich die Duftrichtung der Seife weggelassen: diese müßt Ihr also auch von Hand eintragen!

Die trockenen Seifen müssen jetzt nur noch in kleine Papiertüten gepackt werden, deren Oberseite umgeschlagen wird. Darüber kommt die in der Mitte geknickte Banderole, die mit einem Tacker oder einer Holzwäscheklammer fixiert wird.

Und fertig ist ein liebevoll von Hand gemachtes Dankeschön!

 

2 Kommentare
  1. Lara sagte:

    Filzseifen simd eine schöne Idee, mit einer Kleinigkeit einfach mal „Danke“ zu sagen.
    Was ich sehr schade finde ist, dass du auch bei diesem Beitrag (wie in vielen anderen auch) Schleichwerbung betreibst. Ist das wirklich notwendig? Die Marke ist unübersichtlich, recht deutlich dargestellt und dies wiederholt. Wozu? Braucht es das wirklich? Wirst du dafür bezahlt??
    Dein Beitrag erhält somit einen faden Beigeschmack und wirkt auf mich somit weniger liebevoll, schade Uta! 😕

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Lara!
      Das ist natürlich schade, daß mein Beitrag bei Dir dadurch weniger liebevoll ankommt. Ich fotografiere einfach die Materialien, die ich benutze: wenn ich Geld dafür bekommen würde, würde ich die Marke natürlich ausdrücklich im Text erwähnen und mein Beitrag müsste als „Werbung“ gekennzeichnet werden. Mein Blog ist bislang komplett werbefrei, ich habe weder hier noch auf Instagram je Geld für meine Arbeit erhalten. Ich mache das hier in meiner wenigen Freizeit als Hobby, um Menschen zu inspirieren und mein Wissen, meine Rezepte und allerlei Anregungen weiterzugeben. Kostenfrei. Es ist wirklich mehr als schade, daß das so wenig anerkannt wird. Das hier ist Dein erster Kommentar auf meinem Blog: und der ist negativ. Glaubst Du wirklich, daß das ein schöner Ansporn ist, weiterzumachen? Was wäre denn so schlimm daran, wenn ich Geld mit meiner Arbeit hier verdienen würde? Wären meine Beiträge dann weniger wertvoll für Dich?? Ganz ehrlich: ich glaube, Du solltest Deine Einstellung dazu nochmals gründlich überdenken.
      Herzliche Grüße von Uta

      Antworten

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