Heute wären wir eigentlich in die Kirche gegangen, um Osterweizen zu säen: immer zwei Wochen vor Ostersonntag wird dieses Ritual in unserer Gemeinde zelebriert, um mit den Kindern das Osterfest vorzubereiten. Und oh, wie wir dieses Ritual lieben! Es läßt die Kinder auf so vielen Ebenen erahnen, was da kommen wird: auf der christlichen Grundlage kann man in diesem einfachen Ritual das Ostergeschehen nachempfinden. Die Weizenkörner werden (wie Jesu Leib) in die schwarze Erde gegeben und im Sprießen des jungen Grüns erlebt man die Auferstehung bildlich mit. Aber auch ganz weltlich ist das Säen des Osterweizens eine wunderschöne Einstimmung auf die Osterzeit: die Kinder hegen und pflegen ihre Schalen mit Osterweizen bis zum Tag des Osterfestes, an dem dann der Osterhase ein Ei in dem dichten Grün versteckt!

Aber beginnen wir mit dem Säen des Osterweizens: denn auch wenn das Ostergras in unserer Kirche immer zwei Wochen vor Ostersonntag gesät wird, so ist doch der ideale Zeitpunkt etwa zehn Tage vor Ostern. Alles, was man braucht, sind geeignete Pflanzgefäße mit Abflußloch, um Staunässe zu vermeiden, Pflanzerde und Weizen. Und auch, wenn manche Firmen speziellen „keimfähigen“ Ostergrasweizen für viel Geld verkaufen, so könnt Ihr einfach Euren ganz normalen Bio-Weizen nehmen: ich habe es viele Jahre für Euch ausprobiert!

Um in der Kirche die Pflanzschalen der Kinder voneinander unterscheiden zu können, basteln wir immer Pflanzstecker, die beschriftet werden können: manchmal sind das Fähnchen, meistens Blumen und hin und wieder waren das richtige Kunstwerke!

Damit Ihr Euch auch ganz schnelle Blumenstecker für Eure Osterweizen-Schalen basteln könnt, habe ich Euch mein PDF mit der Blumenvorlage meiner Blumentopfmuffins angehängt: diese müßt Ihr dann nur noch auf buntes Tonpapier Eurer Wahl übertragen, ausschneiden und auf einen Schaschlikspieß aus Holz kleben.

Das Säen des Osterweizens ist denkbar einfach: man füllt seine Pflanzschale mit genügend Planzerde (etwa halb voll!), verteilt dann eine Kinderhand voller Weizenkörner darauf und drückt sie sorgsam an. Da Weizen zu den Lichtkeimern gehört, soll er nicht mit viel Erde bedeckt werden! Wir streuen eine kleine Hand voll Erde auf die Weizenkörner und drücken noch einmal alles fest. Dann wird kräftig gegossen und die Schalen kommen an einen hellen, warmen Ort, am besten auf eine sonnige Fensterbank.

Schon nach zwei bis drei Tagen, in denen die Erde zwar feucht gehalten, aber keinesfalls übergossen werden darf (sehr gut eignet sich auch eine Sprühflasche mit Wasser!), zeigen sich die ersten grünen Spitzen! Welch eine Freude!

Und so kann man dem Osterweizen in den nächsten Tagen wortwörtlich beim Wachsen zusehen!

Und das einzige, was man tun muß: für Feuchtigkeit sorgen und das Wunder der Natur gebührend bewundern! Wie schön!

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An Ostersamstag ist der Osterweizen dann bereit für den Garten: egal, wie hoch er bis dahin gewachsen ist.

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Manche Familien lassen den Osterweizen auch auf der Fensterbank stehen und es finden sich am Ostersonntag dennoch Ostereier darin! Die Osterzeit ist einfach voller Wunder. Und wer noch nicht genug von Wundern hat, der pflanzt seinen Osterweizen nach dem Osterfest in den Garten: es soll Familien geben, die sich im Herbst ein spezielles Erntedankbrot aus dem Osterweizen backen! Dazu fehlt uns leider der grüne Daumen. Aber zum Osterweizen ziehen reicht es: jedes Jahr wieder.

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