In unserem Garten fühlt sich der Lavendel unheimlich wohl – aber da ich bei Blütenaromen in Lebensmitteln ausnahmsweise wirklich passe (Lavendeleis? Lavendelsirup? Ohne mich!), wollte ich ihn letztes Jahr einmal auf andere Art konservieren als durch einfaches Trocknen. Also habe ich auf zweierlei Arten versucht, einen Ölauszug, ein sogenanntes Lavendelöl herzustellen, um diesen unglaublichen Duft haltbar zu machen: genau genommen ist das nämlich kein Lavendelöl, denn zur Herstellung von echtem Lavendelöl werden die frischen Blüten der Lavendelpflanze einer Wasserdampfdestillation unterzogen. Bei einem Lavendelauszug, einem Mazerat, werden dagegen die Duftstoffe in Öl eingelegt und so gebunden. Da im wunderbaren Internet unendlich viele Rezepte dazu kursieren, habe ich gleich zwei Arten ausprobiert und ich verrate es Euch gleich vorweg: nur eine hat gut funktioniert! Und zwar die mit frisch geernteten und gleich weiterverarbeiteten Blüten! Bei der zweiten Art, nämlich dem Einlegen von bereits getrockneten und dann gemörserten Lavendelblüten, ist mir das Öl ranzig geworden, das heißt aber nicht, daß das bei Euch auch so sein muß. Mir wurde von einer Leserin empfohlen, in Zukunft Jojobaöl zu verwenden, da dieses nicht ranzig werden könne: aber da ich das noch nicht persönlich ausprobiert habe, bleibe ich in der Anleitung bei Mandelöl. Die Materialliste bezieht sich auf das Lavendel-Salzpeeling, welches ich aus dem selbst angesetzten Mazerat hergestellt habe. Ihr könnt aber natürlich auch nur das Lavendelöl machen: man kann es zum Massieren benutzen oder ins Badewasser geben. Lavendel hilft bei vielfältigen Beschwerden, vor allem aber bei Schlafproblemen und Kopfschmerzen.

Materialliste

  • Lavendel, auf der Höhe seiner Blüte oder etwas danach geerntet: dann besitzen die Blüten den größten Gehalt an ätherischen Ölen
  • 100 ml Mandelöl oder Jojobaöl  (diese Öle findet Ihr im Bioladen übrigens nicht bei den Speiseölen, sondern in der Kosmetikabteilung!)
  • ein dicht schließendes Gefäß (Marmeladenglas oder ähnliches)
  • 60 Tropfen Lavandin Öl (gibt es in Demeter Qualität von Primavera) – Ihr könnt natürlich auch echtes Lavendelöl nehmen, das ist mir in dieser Menge für ein Salzpeeling allerdings zu wertvoll und das Lavandin Öl ist wirklich von herrlicher Qualität! Wenn Euch diese Menge zu intensiv ist, fangt erst einmal mit der Hälfte an!
  • 1 kg Meersalz

Anleitung

Bei der Herstellungsart, die bei mir wunderbar funktioniert hat, werden die Lavendelblüten auf der Höhe ihrer Blüte geerntet und frisch verarbeitet. Dazu entfernt Ihr erst einmal die Blüten vom Stiel. Wenn Ihr mit dem Lavendelmazerat später ein Salzpeeling herstellen wollt, dann pflückt mehr Lavendel, um einen Strauß zu trocknen: ein paar Blüten davon werden später mit in das Lavendel-Salzpeeling gegeben! Dazu bindet Ihr einige Stiele zu einem lockeren Strauß und hängt ihn kopfüber an einen warmen, luftigen Ort.

Die frischen, abgezupften Blüten werden mit sauberen Händen leicht zerrieben und in ein dicht schließendes und sterilisiertes, trockenes Gefäß gefüllt.

Dann werden sie mit dem Öl aufgegossen.

Sind die Blüten bedeckt, wird das Ganze mit einem Deckel gut verschlossen und darf an einem warmen Ort (aber nicht in der prallen Sonne!) etwa 6-8 Wochen durchziehen.

Während dieser Zeit dürft Ihr das Glas gerne immer mal wieder kräftig durchschütteln!

Nach der Ziehzeit seiht man das Öl durch ein Tuch in ein sauberes Gefäß ab.

Die 100 ml Öl ergeben etwa 80 ml Lavendelmazerat, hier der Einfachheit halber Lavendelöl genannt. Wenn Ihr kein Lavendel-Salzpeeling herstellen wollt, dann füllt Ihr das Öl in eine gut schließende, dunkle Glasflasche und bewahrt dieses an einem kühlen Ort auf. Um ein wohlriechendes Saunasalz herzustellen,  stellt Ihr es kurz beiseite und holt das Salz, das Lavandin Öl , den getrockneten Lavendelstrauß und einen Mörser.

Ihr zupft erst einmal die getrockneten Lavendelblüten von den Stielen ab. Die Lavendelblüten sollten richtig trocken sein (es muß bröseln, wenn Ihr den Lavendel zwischen den Fingern zerreibt!) – sonst kann man ihn nicht richtig fein mörsern. Notfalls hilft der Dörrautomat oder der Backofen ein wenig nach!

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Die getrockneten Lavendelblüten werden in einem Mörser kräftig gemörsert: je feiner, desto besser. Was für ein Duft! Dann gibt man das Meersalz in eine große Schüssel und gibt die fein gemörserten Lavendelblüten, das Lavendelöl und das Lavandin Öl hinzu.

Jetzt wird alles kräftig mit einem Löffel vermischt!

Und ja, das ist eine ziemlich ölige Angelegenheit: meine Freundin und ich verwenden das Salzpeeling immer im Dampfbad an unserem Saunaabend und die gekauften Saunasalze sind uns oft nicht pflegend genug. Wenn wir selbstgemachtes Salzpeeling benutzen, ist die Haut hinterher so weich und geschmeidig, daß man sich nach dem Duschen (unbedingt ohne Duschgel oder Seife! Das benutzt man in der Sauna sinnvollerweise vor dem Saunieren!) nicht eincremen muß und die Haut die ganze Nacht sanft nach Lavendel duftet!

Das fertige Lavendel-Salzpeeling wird in ein dicht schließendes Gefäß gefüllt und kühl aufbewahrt. Ich stelle mein Saunasalz immer in den Kühlschrank und fülle vor der Sauna etwas in ein Plastikdöschen ab: sinnvollerweise ist in Saunen und Schwimmbädern das Mitführen von Glasbehältern verboten.

Das Lavendel-Salzpeeling ist auch ein wunderbares Geschenk: nicht nur für Saunafreunde! Selbstverständlich kann man es auch im heimischen Badezimmer als ganz normales Peeling unter der Dusche verwenden.

 

 

 

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