Ich muß es einfach gestehen: ich liebe es, Feste zu planen und zu veranstalten. Schon die allerersten Kindergeburtstage, bei denen es einen einfachen Gugelhupf und Muffins gab und nichts weiter gespielt wurde außer Topfschlagen, Fangen und Verstecken, waren für mich Höhepunkte im Jahr. Aber mit den Jahren und wachsender Kinderzahl sind wir zu Themengeburtstagen übergegangen: weil es einfach so viel mehr Spaß macht, sich ein Motto oder Thema gemeinsam zu überlegen und weil es für die Geburtstagskinder dann auch jedes Jahr Überraschungen gibt. Und (und das ist eigentlich der Hauptgrund!): weil es so viel EINFACHER ist, eine Mottoparty zu planen!

Dazu später mehr – jetzt verrate ich Euch erst einmal, wie Eltern ganz einfach den vielbeklagten Stress aus den Kindergeburtstagen nehmen.

Geburtstagsregel Nummer 1: bei sieben Gästen ist Schluß!

Kennt Ihr diese tolle Regel, die da lautet: das Geburtstagskind darf so viele Gäste einladen, wieviele Jahre es alt wird? Vergesst diese Regel! Wir haben es ausprobiert und finden zu viele Gäste aus mehreren Gründen nicht empfehlenswert. Erstens bilden sich ab einer bestimmten Kinderzahl Grüppchen und die Feier wird nicht mehr als Gemeinschaftserlebnis einer Gruppe erlebt (was schade ist. Noch trauriger ist es aber, wenn sich solche Grüppchen um notorische Nörgler bilden, die zu nichts Lust haben: das kann dem Geburtstagskind den ganzen Kindergeburtstag verderben!). Zweitens sind die meisten Bastelaktivitäten mit zu vielen Gästen nicht durchführbar. Und drittens machen mehr Kinder erfahrungsgemäß auch mehr Krach und verursachen mehr Chaos und alle sind am Abend einer solchen Feier eher völlig fertig als positiv erfüllt und das ist ja ganz sicher nicht der Sinn der Sache. Bei uns sind sieben Gäste also das absolute Maximum, besser und harmonischer finden wir fünf oder sechs Gäste, die sich möglichst gut verstehen sollten. Bei uns kommt natürlich erschwerend hinzu, daß durch die vielen Geschwister ohnehin recht viele Kinder dabei sind: aber laßt Euch gesagt sein – weniger ist mehr!

Geburtstagsregel Nummer 2: gefeiert wird, wenn man Lust darauf hat!

Da wir den Geburtstag der Kinder immer im Kreise unserer Familie (und wenn möglich, mit einem schönen Ausflug, den sich das Geburtstagskind aussuchen darf) feiern, wird der Kindergeburtstag grundsätzlich nachgefeiert. Normalerweise geschieht das innerhalb von zwei Wochen nach dem Geburtstag, was ja auch schön und sinnvoll ist. Was aber, wenn so viele private Termine anstehen, daß sich einfach kein Termin finden läßt? Uns ging es in dem Jahr, als wir umgezogen sind, tatsächlich so, daß wir es einfach nicht geschafft haben, die Geburtstage der großen Mädchen zu feiern: erst war das Chaos im Haus noch zu groß, dann fuhren wir in den Herbstferien weg und dann … ja, dann war schon Weihnachten. Und Fasching. Und überhaupt. Das war der Zeitpunkt, als wir Claras Geburtstag (der Ende August ist!) erstmals im April feierten. Ernsthaft. Und wißt Ihr was? Es war eine tolle Feier und alle (inklusive dem „Geburtstagskind“) waren mehr als glücklich. Was wir daraus gelernt haben? Wir machen uns keinen Stress mehr bei der Terminsuche. Gefeiert wird, wenn es uns allen passt und vor allem dann, wenn wir Lust darauf haben.

Und wie plant man jetzt eine Mottoparty?

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Erst einmal muß natürlich ein Thema gefunden werden: meistens ergibt sich das aus den Wünschen des Geburtstagskindes (dadurch hatten wir schon zwei Pferdegeburtstage) oder aus dem, was das Geburtstagskind gerade am meisten interessiert. In dem Jahr, in dem Coco so fasziniert von Schnecken war, gab es natürlich einen Schneckengeburtstag und in dem Jahr, in dem Clara jede Minute ihrer Freizeit mit den Jungs aus der Straße Fußball spielen wollte, gab es selbstverständlich einen Fußballgeburtstag!

Ist das Thema erst einmal gefunden, ergibt sich der Rest wie von selbst: zum Beispiel ein Farbschema, das immer hilfreich ist beim Vorbereiten. Denn wenn man Thema und Farbe schon Monate vor der Feier festgelegt hat, hat man automatisch einen guten „Filterblick“ beim Einkaufen, was fehlende Partyaccessoires wie schöne, themenbezogene Deko, nette Bastelangebote oder sinnvolle Mitgebsel betrifft.

Sehr hilfreich ist für die Geburtstagsplanung, eine eigene Pinnwand auf Pinterest zu erstellen: darauf sammel ich meistens schon Monate vor der Feier themenbezogene Inspirationen für Deko, Bastelaktionen und Buffet!

Am Anfang einer jeden Feier steht die Terminvergabe: um Enttäuschungen zu vermeiden, frage ich bei den wichtigsten Freunden vorher an, ob der geplante Termin für sie passen würde – denn wer will schon ohne seine beste Freundin feiern? Ist ein Termin gefunden, werden Einladungskarten gebastelt und geschrieben: ich bin kein großer Freund von vorgedruckten Standard-Einladungen, deshalb gestalten wir auch die Einladungen passend zum Fest selbst. Je größer die Kinder werden, desto begeisterter helfen sie auch bei der Planung und Durchführung eigener Feiern und der Kindergeburtstage kleinerer Geschwister mit – ich nehme diese Hilfe mittlerweile so gerne an, denn als Familienprojekt macht die Vorbereitung jeder Feier viel mehr Spaß!

Steht das Thema der Geburtstagsfeier fest, kann man sich an die Planung des Buffets machen: ich backe alles, was ich für eine Feier plane, schon einmal vorher, um Pannen zu vermeiden. Also bitte keine Experimente am Tag des Kindergeburtstages! Wenn dann etwas schiefgeht, ist die Laune meistens nicht mehr die beste! Ganz wichtig ist auch: nicht übertreiben! Ich gebe zu, an diesem Punkt muß ich immer noch arbeiten, weil es mir einfach so unheimlich viel Spaß macht: aber nach einem Kindergeburtstag drei Tage lang nur Kuchen essen? Das möchte ja auch kein Mensch! Generell gilt hier: nur Kuchen essen möchte ja auch kein Mensch! Also plane ich immer auch Obst mit ein und seit kurzem kommen auch oft herzhafte Speisen mit auf das Buffet: so findet wirklich jeder etwas. Da unsere Buffets zum größten Teil vegan sind, sind wir auch auf Allergiker immer vorbereitet – und wenn ich irgendwo eingeladen bin, freue ich mich immer, wenn es vegane Speisen gibt (und vor allem, wenn diese auch noch gekennzeichnet sind!). Das Geburtstagskind bestimmt die Auswahl auf dem Buffet natürlich mit: zusammen mit dem Motto ergibt sich dann schnell eine schöne Auswahl an leckeren Kuchen, Früchten und Muffins.

Apropos Muffins: speziell bei kleinen Kindern ist es absolut sinnvoll, sehr kleine Muffins, Häppchen und Kuchenstücke anzubieten. Nachdem ich bei den ersten Feiern immer wieder einmal angebissene Muffins oder Kuchenstücke wegwerfen mußte, habe ich spezielle Mini-Muffins-Bleche gekauft: diese Größe schafft jedes Kind und es fällt wesentlich weniger Abfall an!

Wenn es Euch irgendwie möglich ist: holt Euch Hilfe für die Vorbereitung des Buffets! Ich bereite seit vielen Jahren jede Feier mit meiner Soulsister vor: denn zum einen macht das einfach viel mehr Spaß und zum anderen entlastet das ungemein. Wenn Ihr diese Möglichkeit nicht habt, dann fragt doch die Oma, den Onkel oder Freunde, ob sie Lust hätten, etwas zum Buffet beizusteuern! Bei uns bringt immer meine Mama die traditionelle Käse-Sahne-Torte mit, die meine Oma schon zu jeder Geburtstagsfeier gebacken hat: so leben Traditionen weiter!

Steht Eure Planung für das Buffet, macht Euch einen guten Zeitplan: was kann eventuell schon ein paar Tage vorher zubereitet werden? Auf unseren Buffets gibt es beispielsweise immer vegane Vollkornkekse in entsprechenden Formen. Diese kann man getrost ein paar Tage (genau genommen sogar Wochen! In einer Keksdose aufbewahrt, halten sie wirklich lange knusprig frisch!) vorher backen.

Und ja, auf unseren Buffets bei Kindergeburtstagen gibt es auch reichlich Süßigkeiten: da diese nicht zu unserem Alltag gehören, lassen wir es zu solchen Anlässen richtig krachen und werfen jeglichen Anspruch auf eine gesunde Kinderernährung für einen Tag über Bord! Und das darf auch mal sein: unsere Kinder freut es sehr.

Vor lauter Essen darf man natürlich das Trinken nicht vergessen: schon seit vielen Jahren fahren wir sehr gut damit, jedem Gast eine mit seinem Namen versehene Flasche mit einer Bio-Saftschorle zu Beginn der Party zu geben: so kippen keine unzähligen Gläser mehr um, die Gäste wissen immer, wo ihr persönliches Getränk ist und wenn die Flasche nicht leer ist, kann man sie den Kindern mitgeben (und vermeidet so, daß teure Getränke in den Abfluß geschüttet werden). Zu jedem Motto gestalten wir vorher passende Namensetiketten am Computer: wenn die Gäste eintreffen, dürfen sie sich ihre Schorle aussuchen und bekommen ihr persönliches Namensschild aufgeklebt.

Der Ablauf unserer Geburtstagsfeiern ist immer recht ähnlich:

Als erstes werden die eintrudelnden Gäste begrüßt, wir zeigen ihnen (falls sie noch nie bei uns waren) die Räumlichkeiten, wo die Toiletten sind und an wen sie sich wenden können, wenn sie ein Problem haben (bei sehr kleinen Kindern, die noch etwas schüchtern sind). Dann dürfen sie sich eine Trinkflasche aussuchen und mit ihrem Namensaufkleber versehen. Sind alle Gäste eingetroffen, folgt der erste Programmpunkt: die Geschenkeübergabe per Flaschendrehen! Die Gäste setzen sich in einem Kreis auf den Boden und haben die Geschenke bei sich. Das Geburtstagskind dreht die Flasche (die natürlich mit Glitzer gefüllt oder passend zum Motto dekoriert ist) und derjenige, auf den sie zeigt, darf sein Geschenk übergeben. Dieses wird dann ganz in Ruhe ausgepackt und gewürdigt: so bekommt das Geburtstagskind auch bei großer Aufregung wirklich mit, welches Geschenk von welchem Freund war und die liebevoll ausgesuchten und verpackten Kleinigkeiten werden nicht schon bei der Begrüßung wild aufgerissen und achtlos beiseitegelegt (habe ich woanders alles schon erlebt!).

Nach dem Flaschendrehen wird das Buffet eröffnet: jeder Gast darf sich seinen Teller nach eigener Wahl bestücken und dann wird gemeinsam an einem Tisch gegessen, der nur für die kleine Geburtstagsgesellschaft reserviert ist. Sind die Kinder unter sich am Tisch, verläuft das Essen meist viel lustiger und ungezwungener – und so soll eine Feier ja sein. Lange sitzen sie sowieso nicht still!

Nach dem Essen kommt bei uns meistens eine Bastelaktion an die Reihe.

Passend zum Thema und natürlich abgestimmt auf das Alter und die Interessen des Geburtstagskindes: wir haben schon Hufnagelketten gebastelt, Bilder gefilzt, Holzschnecken, Zauberstäbe und Steine angemalt, Muschel-Mobiles gebastelt und unendlich viel mehr! Ihr eigenes Werk dürfen die Gäste am Ende der Feier selbstverständlich mitnehmen.

Nach der Bastelaktion kommt Bewegung in die Feier: unsere Kinder haben sich jahrelang immer wieder eine Schatzsuche gewünscht, die natürlich immer anders und oft auch themenbezogen gestaltet wird. Ob Ihr den Weg mit Bändern kennzeichnet (bitte hinterher wieder einsammeln!), eine Foto-Rallye vorbereitet (immer ein Foto vom nächsten Fundort wird laminiert und versteckt – so eine Rallye kann bei mehreren Kindern sogar wiederverwendet werden, falls man nicht umzieht!) oder eine klassische Schatzkarte zeichnet, die in mehrere Teile gerissen wird, das bleibt Euch überlassen.

Ganz wichtig ist jedoch, daß am Zielort auch wirklich ein „echter“ Schatz wartet: also im besten Fall eine alt aussehende Schatztruhe, gefüllt mit purem Gold! Zumindest sehr kleine Gäste beeindruckt das sehr!

Ist der Schatz gefunden, wird der Inhalt der Schatztruhe natürlich gerecht aufgeteilt (und wahrscheinlich sofort vernichtet!) und die Kinder kehren glücklich und etwas ausgetobt heim. Dort können dann, je nach Alter, klassische Geburtstagsspiele gemacht werden: wir versuchen, kompetitive Spiele (also Spiele mit „Gewinnern“ und „Verlierern“) zu vermeiden und spielen lieber Spiele, bei denen man sich gegenseitig hilft oder zumindest in Teams zusammen ist (gemeinsam verliert es sich wesentlich leichter als alleine).

Topfschlagen ist zum Beispiel so ein wunderbarer Klassiker, bei dem alle zusammen dem Kind mit verbundenen Augen helfen! Sehr beliebt ist hier auch immer, Edelsteine oder Muggelsteine aus der Sandkiste zu sieben.

Da wir ja vier Sommerkinder haben, gehören zu unseren Kindergeburtstagen zum Glück auch immer Wasserfreuden dazu: im alten Haus gab es ganz oft eine riesige Wasserrutsche auf dem abschüssigen Gelände neben unserem Garten – ein absolutes Highlight, von dem wir heute noch schwärmen!

Jetzt haben wir dafür einen großen Pool, in dem die Zeit bis zum Abendessen auch immer allzu schnell vergeht.

Wenn Ihr weder das eine noch das andere organisieren könnt, dann verschafft den kleinen Gästen doch mit ein paar selbstgebastelten Schwammbomben Abkühlung! Bei Sommergeburtstagen ist das auch eine tolle Bastelaktion, denn sie ist schnell vorbereitet, durchgeführt und mündet immer in einer ausgelassenen Wasserschlacht!

Zum Abschluß jeder Geburtstagsfeier gibt es bei uns immer noch ein kleines Abendessen: viele Jahre haben sich unsere Kinder immer wieder Mini-Tiefkühlpizzen gewünscht (weil es eben etwas Besonderes für sie war!) und mit etwas Rohkost dazu sind die meisten Kinder auch sehr zufrieden damit. Ein großer Topf (natürlich weiße!!) Nudeln macht hier die Kinder ebenfalls sehr glücklich und auch Wraps sind gut vorzubereiten und mit viel frischem Gemüse ein schöner Ausgleich zum süßen Buffet.

Werden die Gäste zur vereinbarten Zeit abgeholt, darf die Übergabe der Mitgebsel nicht vergessen werden! Natürlich braucht man, vor allem wenn es schon eine Bastelaktion gab, nicht unbedingt Mitgebsel: aber mir macht das Vorbereiten einfach zu viel Freude! Es geht ja im Grunde um die simple Botschaft:

Schön, daß Du da warst!

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8 Kommentare
  1. Angela Franz sagte:

    Liebe Uta!
    Wie schade, dass unsere Kindergeburtstage für dieses Jahr schon rum sind! Wie in so vielen Dingen zeigst du such hier wie man die Dinge liebevoll und durchdachter gestalten kann. Ich werde heute mal alle Geburtstagsbeiträge auf deinem Blog aufsaugen und hoffen, dass meine Mäuse sich ähnliche Themen für nächstes Jahr wünschen (da werden sie 6 bzw 4 Jahre jung). Alles Liebe für Coco nachträglich!

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Anschi!
      Danke für Deine Worte! Es sind sogar noch mindestens zwei Blogposts mit Geburtstagsideen vor den Sommerferien geplant!
      Liebste Grüße von Uta

      Antworten
  2. Friedi sagte:

    Liebe Uta,
    viiiielen vielen Dank für diesen tollen Beitrag! Ich bin bis jetzt eher ein Kindergeburtstagsmuffel, weil eben die Planung immer fehlte bzw. eher mau war. Aber du machst mir jetzt echt Hoffnung und vor allem Vorfreude auf meine beiden Sommer~kindergeburtstage 🌻
    Liebe Grüße,
    Friedi

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Friedi!
      Vielen Dank für Deine lieben Worte!
      Ich finde wirklich, daß gute Planung und Vorbereitung den allermeisten Stress verhindert: also nur Mut! Und vor allem: ganz viel Freude!!
      Alles Liebe von Uta

      Antworten
  3. Eva-Maria sagte:

    Oh, lieben Dank für den Beitrag!
    Den werde ich in den nächsten Tagen ganz in Ruhe lesen und sicherlich viel mitnehmen!
    Unser letzter Geburtstag war wirklich nicht gut geplant, der nächste steht bald an 🙂

    Liebe Grüße

    Antworten
  4. Eva sagte:

    Was für ein wunderbarer Beitrag, liebe Uta! Wie ich deine liebevoll geplanten und im positivsten Sinne detailverliebten Geburtstagspartys jedes Jahr liebe 😍🥳!

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