Diese Weihnachtsbastelei hat eine lange Geschichte: ich hatte mir nämlich für 2019 vorgenommen, keine Bastelmaterialien zu kaufen und nur noch mit den Sachen zu arbeiten, die in unserem gut bestückten Bastelschrank vorhanden sind. Denn, seien wir mal ehrlich: das Kaufen und Horten von Künstlerbedarf ist genau so unsinnig wie das Kaufen des zwanzigsten T-Shirts oder des vierzigsten Buches. Ziehen wir doch einfach die Klamotten an, die in unseren Schränken sind und lesen wir erst einmal die 39 ungelesenen Bücher, bevor wir uns etwas Neues kaufen! Also habe ich im Januar unseren Bastelschrank komplett ausgeräumt, um aufzuschreiben, welche Materialien sich über all die Jahre überhaupt angesammelt hatten! Und ja, das waren viele und wir werden nicht so bald in Versuchung geraten, etwas Neues zu kaufen: denn wir sind sehr gut ausgestattet. Unter anderem habe ich jede Menge Styroporkegel gefunden, die noch von einer Bastelaktion übrig waren, mit der wir vor vielen Jahren die  gesamte Verwandtschaft mit Weihnachtsbäumen beglückt hatten!

In jenem Jahr waren meine Mädchen im absoluten Stricklieselfieber und wenn sie nicht an der Strickliesel waren, haben sie lange Schnüre mit ihren Fingern gehäkelt und gestrickt. Auch die Strickgabeln waren sehr beliebt: sogar so beliebt, daß eines der Mädchen im Dänemarkurlaub so lange bittere Tränen weinte, weil sie ihre Strickgabel zuhause vergessen hatte, bis sich ihr Papa erbarmte und ihr eine schnitzte!

Jedenfalls waren meine Mädchen allesamt verrückt danach, Schnüre herzustellen, was mich auf die Idee brachte, ihre Leidenschaft mit den alljährlich anfallenden Geschenken für die liebe Verwandtschaft zu verbinden: so habe ich ihnen im Herbst die grüne Synthetikwolle in die Hand gedrückt, die schon seit meiner Kindheit unbenutzt in meinem Strickkorb gelegen hatte, es entstanden Weihnachtsbäume für Patinnen, Omas, Opas und Tanten und es gab keinen, der sich damals nicht aufrichtig darüber gefreut hatte. Jedes Jahr sehe ich einen dieser Weihnachtsbäume in der Adventszeit  bei meiner Mama und freue mich, daß Enkelgeschenke von ihr so gewertschätzt werden: und gleichzeitig frage ich mich dann immer, warum ich viele Jahre lang mit meinen Mädchen jeden Advent so schöne Geschenke hergestellt habe und keines dieser Werke, an denen mein Herz wahrscheinlich am meisten hing, je seinen Weg in unseren Dekorationsfundus gefunden hat. Diese Weihnachtsbäume, die mit Stricklieselschnüren oder Fingerhäkelschnüren beklebt werden, sind nämlich wirklich zeitlos schön, was man ja nicht von allen Bastelarbeiten von Kindern im Kindergarten- und Grundschulalter behaupten kann! Also habe ich meine Mädchen gefragt, ob sie noch einmal zur Strickliesel und zur Strickgabel greifen würden, bin beim Stricklieseln selber wieder Kind geworden und habe dieses Jahr einen ganzen Tannenwald nur für uns gebastelt: jetzt sind endlich die Styroporkegel verbastelt und die grüne Wolle hat sich zumindest dezimiert. Und ich freue mich jeden Tag an meinem Tannenwald auf der Fensterbank im Wohnzimmer!

Wie ich die gefilzten Tannenbäume gemacht habe, zeige ich Euch demnächst. Noch ein Wort zum verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen: wenn Ihr nicht zufällig auch Styroporkegel in Eurem Bastelfundus habt, braucht Ihr nicht unbedingt welche kaufen! Diese Weihnachtsbäume kann man auch ganz einfach basteln, indem man festeres grünes Tonpapier zu einem Kegel formt und mit Papierklebeband zusammenklebt: dann wie unten beschrieben mit der Wollschnur bekleben. Das ist nicht nur umweltverträglicher, sondern spart auch Geld.

Materialliste

  • Styroporkegel verschiedener Größen ODER
  • grünes Tonpapier und Papierklebeband zum Formen von Papierkegeln
  • grüne Acrylfarbe, wenn Ihr Styroporkegel verwendet
  • grüne Wolle oder Baumwolle
  • Strickliesel oder Strickgabel
  • Heißklebepistole
  • Glöckchen zum Dekorieren
  • Nadel und Faden zum Annähen der Glöckchen

Anleitung

Während Eure Kinder grüne Wollschnüre produzieren, könnt Ihr schonmal die Grundlage für die Weihnachtsbäume vorbereiten. Dazu bastelt Ihr entweder Kegel aus grünem Tonpapier oder Ihr malt die vorhandenen Styroporkegel grün an.

Wenn die Schnüre lang genug sind (unbedingt vor dem Ankleben testen! Es ist unglaublich, wieviel Schnur um so einen Kegel passt!), klebt Ihr sie ganz langsam und vorsichtig mit der Heißklebepistole um den Kegel.

Da die Schnüre meistens nicht genau passen, könnt Ihr überlegen, was Ihr mit dem überhängenden Stück Schnur macht: ich lasse sie meistens herunterhängen, aber auch ein Knoten ist eine gute Möglichkeit.

Ob Ihr Eure Weihnachtsbäume dekoriert, bleibt natürlich Euch überlassen: wir hatten diese hübschen Glöckchen über Jahre von Claras Patin geschenkt bekommen und an den Tannenbäumchen haben sie nun einen schönen Verwendungszweck gefunden. Ich kann mir aber auch gestickte Sterne oder Dekorationselemente aus Filz gut vorstellen: werdet kreativ!

Mir persönlich gefallen die Weihnachtsbäume mit den Stricklieselschnüren am besten, aber die Herstellung dieser Schnüre erfordert auch am meisten Zeit. Bei kleineren oder weniger geduldigen Kindern sind Fingerhäkelschnüre oder mit der Strickgabel hergestellte Schnüre eine wunderbare Alternative.

Wenn Eure Kinder also im schnurproduzierenden Alter sind: macht etwas Schönes daraus und lieben Menschen eine Freude!

Aber vergesst nicht, auch für Euch das ein oder andere Weihnachtsbäumchen zu reservieren: glaubt mir, das Stricklieselalter ist viel zu schnell vorbei und dann freut Ihr Euch über die Erinnerung auf Eurer Fensterbank!

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5 Kommentare
  1. Britta sagte:

    Liebe Uta, von Herzen sage ich danke für diese zauberhafte Idee.
    In diesem Jahr haben wir Tannenbäume aus Mosaiksteinchen geklebt, aber fürs nächste Jahr sind deine Bäumchen schon auf der todo-Liste.
    Ich wünsche Dir und Deiner Familie schöne Weihnachtstage.
    Gruß aus dem Schwabenland.
    Britta

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Britta!
      Vielen Dank für Deine begeisterte Rückmeldung! Ich freue mich sehr darüber!
      Auch Dir und Deinen Lieben wünsche ich ein gesegnetes Fest und ein glückliches neues Jahr.
      Liebste Grüße in meine alte Heimat!
      Uta

      Antworten
  2. Maike sagte:

    Líebe Uta,
    das ist so eine wunderschöne Idee und sowas von nach meinem Geschmack.
    Ich weiß jetzt schon was ich im kommenden Jahr verschenken werde. Liebenliebenliebenlieben Dank für dein Zeigen! Du hast mir damit so eine Freude gemacht. 🙂

    Adventliche Grüße aus den verschneiten Bergen von
    Maike

    Antworten

Trackbacks & Pingbacks

  1. […] ich dieses Jahr, wie hier schon einmal erwähnt, die Styroporkegel aus unserem Vorrat an Bastelmaterialien verbrauchen […]

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