Heute ist Gründonnerstag und normalerweise würde ich heute wieder einen ganzen Korb voller Dinkelvollkornbrötchen für unser Gründonnerstagsmahl in der Gemeinde backen. Aber leider ist ja im Moment nichts „normal“: die Welt befindet sich in dem Ausnahmezustand einer Pandemie und unser aller Leben wurde auf den Kopf gestellt. Ich finde es schwer, sich die Geschehnisse der heiligen Woche ohne die liebgewonnenen Rituale in der Kirche zuhause alleine zu erarbeiten. Und andererseits finde ich es wunderschön, in dieser Zeit zu merken, was mein Leben wirklich bedeutsam macht: und dazu gehören die Aktivitäten in unserer Gemeinde auf jeden Fall. Wir feiern seit einigen Jahren in unserer Kirche ein gemeinsames Gründonnerstagsmahl:

Die Kinder und Jugendlichen der Gemeinde sammeln gemeinsam Wildkräuter, während die Erwachsenen sich in das Geschehen der „großen Woche“ einfühlen, indem sie das wunderschöne Lied „Als Jesus von seiner Mutter ging“ in wechselnden Rollen singen. Dann gehen alle gemeinsam zu den liebevoll vorbereiteten Tischen und die Gründonnerstagssuppe, eine einfache Wildkräutersuppe, wird aufgetragen und von den Kindern mit frischen Wildkräutern bestreut. Das Brot wird geteilt und es wird schweigend gegessen, erst später liest unsere Pfarrerin einen passenden Text vor. Zum Nachtisch werden Datteln gereicht, es gibt Wasser mit Traubensaft zum Trinken und am Ende werden alle, gut auf das Passionsgeschehen vorbereitet, in den Abend entlassen.

Ich liebe diese Einstimmung auf das Ostergeschehen! Aber dieses Jahr müssen wir unseren Gründonnerstag nun eben anders gestalten. Und so haben wir beschlossen, daß wir trotzdem die Brötchen backen und zum ersten Mal selbst die Wildkräutersuppe kochen wollen. Ich bin gespannt! Und da ich heute keine Brötchen für unsere Gemeindemitglieder backen darf, dachte ich, ich schenke Euch wenigstens das Rezept für meine veganen Dinkelvollkornbrötchen: es steht noch in meinem allerersten Kochbuch, ich backe diese Brötchen laut dem Eintrag also schon seit 21 Jahren (damals waren sie nur noch nicht vegan!)! Sie sind einfach ein absoluter Klassiker in diesem Haus: es sind quasi unsere „Notbrötchen“, wenn keine frische Hefe da ist, denn Trockenhefe und Dinkelkörner haben wir wirklich immer vorrätig.

Aus den angegebenen Mengen erhält man wirklich einen ganzen Korb voller Brötchen: wenn Euch das zuviel ist, halbiert Ihr die Mengenangaben einfach!

Zutaten

  • 1000 g Dinkelvollkornmehl, am besten frisch gemahlen
  • 2 Pck Trockenhefe
  • 2 TL Rohrohrzucker
  • 600 ml warme Hafermilch (oder ein anderer Pflanzendrink Eurer Wahl)
  • 2 TL Salz
  • 4 EL möglichst geschmacksneutrales Pflanzenöl
  • Saaten nach Wahl zum Bestreuen

Bitte immer biologisch angebaute Zutaten verwenden – es macht so einen großen Unterschied: im Geschmack und für unsere Erde!

Zubereitung

Das frisch gemahlene Mehl mit der Trockenhefe vermischen und in die Rührschüssel geben. Die lauwarme Pflanzenmilch, den Zucker, das Salz und das Öl hinzugeben und miteinander verarbeiten, bis ein geschmeidiger, formbarer Teig entstanden ist. Wie immer, bei Hefeteig, gilt: wenn der Teig zu klebrig ist, gibt man noch etwas Mehl hinzu, ist er zu trocken, gibt man noch etwas Pflanzenmilch hinzu. Diesen Teig legt man nun in eine Schüssel an einen warmen Ort und läßt ihn abgedeckt etwa 40 Minuten gehen.

Nach der Gehzeit knetet man den Teig mit sauberen Händen nochmals kräftig durch und formt auf der bemehlten Arbeitsfläche zwei etwa gleich lange Rollen daraus.

Mit einem stumpfen Backspachtel werden nun etwa gleich große Stücke abgestochen.

Diese Teigstücke werden von Hand zu runden Brötchen geformt, die mit etwas Abstand auf ein mit einem Backpapier ausgelegten Backblech gesetzt werden.

Mit dem Backspachtel sticht man ein Kreuz auf jedes Brötchen.

Dann werden sie mit etwas Wasser bestrichen und mit Saaten bestreut: wir mögen am liebsten Sesam, Sonnenblumenkerne und schwarzen Sesam.

Nun werden die Brötchen nochmals mit sauberen Küchentüchern abgedeckt und dürfen an einem warmen Ort weitere 30 Minuten gehen.

Anschließend werden sie im vorgeheizten Backofen bei 180° Celsius Umluft / Heißluft ca. 25 Minuten gebacken.

Habt einen schönen Gründonnerstag!

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3 Kommentare
  1. Anschi sagte:

    Liebe Uta!
    Auch hier ein Dankeschön fürs Teilen eurer Rituale. Mit den Kindern erlebe ich den Jahreslauf sehr intensiv und freue mich, nach und nach Rituale kennenzulernen und in unser Familienleben zu integrieren. Ich glaube, genau an diese Dinge erinnern sich die Kinder später.
    Alles Liebe und schöne Odtertage für euch!

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  1. […] ich ja schon hier geschrieben hatte, gehört zu unserem Gründonnerstag eine Gründonnerstagssuppe, die aus frisch […]

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