Ich bin ja in Schwaben aufgewachsen (wenn auch als Kind zweier Westfalen) und ich werde nie vergessen, wie meine ostwestfälischen Großeltern, die uns zuliebe ihre Heimatstadt Bielefeld verlassen hatten und zwanzig Jahre in einer schwäbischen Kleinstadt lebten, vom schwäbischen Kartoffelsalat schwärmten! Meine Oma, eine passionierte Köchin, hat nun wirklich nicht viele schwäbische Kochgewohnheiten übernommen: aber seit sie den schwäbischen Kartoffelsalat kennengelernt hatte, gab es nie wieder Kartoffelsalat mit Mayonnaise, wie es in ihrer Heimat üblich gewesen war. Ich bin mir ganz sicher, daß es auch glühende Verfechter und Verehrer von Kartoffelsalaten mit Mayonnaise gibt: aber auch für mich wird es für immer nur den einen, wahren Kartoffelsalat geben … den schwäbischen! Echte Schwaben nehmen statt Weißweinessig selbstverständlich das Gurkenwasser, das nach dem Verzehr von Gewürzgurken übrig bleibt und bestimmt hat auch jede schwäbische Region ihre eigenen Geheimzutaten (die dürft Ihr mir gerne in den Kommentaren verraten!): aber dieses ist der Kartoffelsalat, den ich in meiner Heimat kennen und lieben gelernt habe. Ich mache davon immer gleich die doppelte Menge: und auch die ist nach einer Mahlzeit bei uns verschwunden. Zu schwäbischem Kartoffelsalat passen wunderbar Bratlinge aller Art – aber eigentlich brauchen wir gar nichts „dazu“.

Zutaten

  • 1 kg Kartoffeln, festkochend
  • 250 ml Gemüsebrühe
  • 4 EL Weißweinessig
  • 1 TL mittelscharfer Senf
  • Salz und Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Schnittlauch
  • 4 EL geschmacksneutrales Salatöl

Bitte immer biologisch angebaute Zutaten verwenden – es macht so einen großen Unterschied: im Geschmack und für unsere Erde!

Zubereitung

Die Kartoffeln werden mit Schale in einen großen Topf gegeben und knapp mit Wasser bedeckt, welches gesalzen wird. Auf höchster Stufe aufkochen und dann bei halb geschlossenem Deckel ca 40 Minuten lang (das hängt von der Sorte und der Größe der Kartoffeln ab! Am besten immer mal wieder hineinstechen, ob sie schon gar sind!) kochen lassen. In der Zwischenzeit kann man in einem kleinen Topf schon mal die Brühe vorbereiten: dazu entsprechend viel Instant-Brühe (ich nehme immer Gemüsebrühwürfel!) in 250 ml heißem Wasser auflösen und mit dem Essig, dem Senf und reichlich Salz und Pfeffer würzen. Wenn die Kartoffeln gar sind, wird das Kochwasser komplett abgegossen und sobald sie genug abgekühlt sind, werden sie gepellt und sofort in eine große Salatschüssel geschnitten. Sie sollten auf jeden Fall noch heiß sein! Sobald alle Kartoffeln kleingeschnitten sind, werden sie mit der warmen Brühe begossen.

Und wenn Ihr jetzt das Gefühl habt, daß das viel zu viel Flüssigkeit ist, dann habt Ihr alles richtig gemacht: Ihr rührt einfach alles gut um und bedeckt die Schüssel mit einem Tuch oder einem Teller, denn die Kartoffeln brauchen nun ein wenig Zeit, um die Flüssigkeit aufzunehmen. In der Zwischenzeit schneidet Ihr die Zwiebel in kleine Würfel und schneidet den Schnittlauch (ich mache das immer mit der Küchenschere!).

Erst nach einer gewissen Ziehzeit (etwa 20 Minuten) werden das Öl, die Zwiebeln und der Schnittlauch untergemischt.

Zu guter Letzt muß unbedingt nochmal mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden, denn fad darf ein echter schwäbischer Kartoffelsalat auf keinen Fall schmecken!

Wir mögen den schwäbischen Kartoffelsalat auch sehr gerne noch etwas warm, aber traditionell wird er gut gekühlt und mit Schnittlauch bestreut serviert.

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8 Kommentare
  1. Bernd sagte:

    die zwiebeln gleich mit zur heissen brühe mit 1 Teelöffel mittelscharfen Senf geben und 3 Esslöffel Apfelessig dann mit den Zwiebeln etwas ruhen lassen. Vorteil, den Zwiebeln wird die Schärfe entzogen. Dann über Kartoffelsalat gut durchmengen ca. 1 Std ruhen lassen, dann neutrales Öl hinein geben. Natürlich Salz und Pfeffer hinzufügen. innerhalb 30 Minuten 2-3 mal durchheben mhhh guten Hinger

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    • Uta sagte:

      Lieber Bernd!
      Das werde ich definitiv ausprobieren, sobald wir wieder zuhause sind: den Kindern sind die Zwiebeln nämlich tatsächlich oft zu scharf!
      Danke für den Tipp!
      Liebe Grüße von Uta

      Antworten
  2. mihani sagte:

    Wir haben zwar 3 Jahre im Ländle gelebt, aber weil uns das noch lange nicht zu Schwaben macht, dürfen wir ja in den Salat reinmachen, was wir wollen – wir schnippeln noch Gewürzgurken und kleine Apfelstücke (mit Schale) rein, das schmeckt schön frisch und man hat gleich das Gurkenwasser für die Brühe. 😉

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    • Uta sagte:

      Liebe Mirjam!
      Ja, also in diesem Fall ist Dir ALLES gestattet! Und Deine Version klingt seeeehr lecker!
      Liebste Grüße von Uta

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  3. andrea sagte:

    ich empfehle als abwechslung noch grüne gurkenscheiben hinein und kurz vor dem servieren in ausgelassenem veggischmalz geröstete zwiebeln drüber 🙂

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  4. Maike sagte:

    Liebe Uta, superlecket!!!
    Ich mache ihn ähnlich.
    Statt Essig nehme ich frische Zitrone und eine zehe Knoblauch kommt auch immer dran. Schön nass muß er sein. Immer wieder gut. Hach, ich muß ihn am Wochenende auch mal wieder machen. Gute Idee dein Rezept zu posten! Dankeschön! 🙂
    Liebste Grüße, Maike

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