Ich bekomme ja sehr viele Zuschriften von ganz lieben Menschen, die mir schon lange auf Instagram folgen: ob ich nicht einmal über das Medienverhalten in unserer Familie schreiben könnte. Oder über unsere Erziehungsgrundsätze, Familienbett-Erfahrungen, Bücher, die uns auf unserem Weg als Eltern geholfen haben. Sie wollen wissen, welche Kosmetikmarken ich benutze und welche Putzmittel. Es interessiert die Menschen, wie ich meinen Haushalt organisiere, ob ich einen Essensplan schreibe, wie oft und wo ich einkaufe. Und wißt Ihr was? Ich verstehe das alles! Ich hätte mir damals als junge Mutter nichts mehr gewünscht, als Rollenvorbilder in meinem Leben: aber ich war die erste in unserem Freundeskreis und der Familie, die ein Kind bekommen hatte und stand ziemlich alleine da. Vor 15 Jahren gab es noch keine Sozialen Medien (oder ich habe sie noch nicht genutzt!) und von Blogs hatte ich noch nie etwas gehört.

Das hätte mir so geholfen: ein reger Austausch mit jungen Familien, die ihre Kinder ebenfalls intuitiv „anders“ erziehen, lange bevor Worte wie „bindungsorientiert“ und „bedürfnisorientiert“ in aller Munde waren. Ich finde es gut und wichtig, welche Möglichkeiten das Internet den jungen Müttern von heute bietet und ich möchte meinen Beitrag dazu leisten! Denn das ist ja der Grund, warum ich das alles überhaupt mache! Was vor bald vier Jahren als privates Glückstagebuch begonnen hat, nämlich meine Instagram-Seite, ist längst zu einem kleinen Leuchtturm im Meer der Elternschaft für viele meiner Leser geworden! Ich bekomme beinahe täglich Rückmeldungen, die mich sehr glücklich machen: Menschen, die mir danken, daß ich ihnen einen kleinen Einblick in unser Familienleben gewähre. Die mir schreiben, daß ich sie zu gesunder Ernährung inspiriere; einige wagen sich durch mich erst an vegane Rezepte heran und sind begeistert! Viele nehmen sich durch mein Vorbild erstmals Zeit für sich und spüren, wie gut ihnen und ihrer Familie das tut! Ich darf oft lesen, daß Familien, angeregt durch unsere Aktivitäten, plötzlich viel öfter mit ihren Kindern einfach in die Natur gehen und das so genießen! Daß Menschen erst durch mich auf Themen wie Nachhaltigkeit und biologische Lebensmittel aufmerksam gemacht wurden und anfingen, sich Gedanken über ihr Konsumverhalten zu machen. Menschen, die mir schreiben, daß sie durch unsere Abenteuer zu begeisterten Campern geworden sind. Und viele Menschen, die mir einfach nur danken wollen: für die tägliche Portion Glück in ihrem Leben, oft auch in harten Zeiten.

Ich werde niemals beschreiben können, wie dankbar mich all diese Zuschriften machen: denn diese Rückmeldungen geben meiner kleinen Instagramwelt einen Sinn! Ich verdiene kein Geld mit dieser „Arbeit“: ich mache das, weil ich spüre, daß ich so in einem kleinen Rahmen wirklich etwas bewirken kann. Ich kann Menschen zum (Um-)Denken anregen … und das ist ein unermeßlich großer Lohn. Genau deshalb möchte ich natürlich auch hier auf meinem Blog die Themenvielfalt erweitern! Ich möchte all diese Wünsche aufnehmen und Artikel über diese Bereiche unseres Lebens verfassen: meine Ideensammlung für Blogartikel umfaßt mittlerweile einen ganzen Ordner! Was also hält mich davon ab, endlich loszulegen? Woher kommt diese Schreibblockade?

Es ist genau dieser Satz, in dem so viel Wahrheit steckt: Ratschläge sind auch Schläge.

Ich war immer ein Mensch mit „Helfersyndrom“: ich wollte helfen, allen und jedem. Diese Rolle gefiel mir (unbewußt) und ich hatte ja auch immer zu allem eine fundierte Meinung: warum diese also nicht kundtun und damit die Welt (scheinbar) verbessern? Oh, wie jung und unerfahren ich war!

Zum Glück haben mich meine Kinder dann schon bald eines Besseren belehrt: plötzlich meinten alle möglichen Menschen, einem Ratschläge geben zu müssen, ungebeten! Wie, Dein Kind wird noch gestillt? Bekommt es denn alle Nährstoffe? Warum schläft es denn nicht in seinem eigenen Bett? Wollt Ihr es denn nie aus dem Schlafzimmer herausbekommen? Da braucht man ein dickes Fell. Und spürt schon bald: ungebetene Ratschläge tun weh. Sie verunsichern einen. Und das in einer Zeit, in der man sowieso oft tief verunsichert ist.

Diese Erfahrungen haben bei mir dazu geführt, daß ich seitdem wirklich versuche, keine Ratschläge mehr zu erteilen. Denn wenn mich das Leben als Mutter vierer Kinder eines gelehrt hat, dann das: nach vier Kindern weiß ich, wie ich mit genau diesen vier Kindern umgehen kann – aber es macht mich nicht zur Expertin für Kindererziehung! Meine Erfahrungen sind nicht übertragbar auf andere Menschen: denn das sind ANDERE Menschen in anderen Lebensumständen! Wie sollte ich mir anmaßen, diesen Menschen einen Rat zu geben? Wenn mich jemand explizit um einen Rat bittet, erzähle ich ihm, wie ich dieses Problem aus meiner Sicht und Lebenssituation aus betrachten würde: mehr nicht.

Und das ist es auch, was ich in Zukunft auf diesem Blog machen kann: ich kann beschreiben, wie wir leben. Ich kann damit Anregungen geben, wenn das gewünscht ist. Aber ich habe keine „Glücksrezepte“, die ich aus dem Ärmel schütteln kann. Denn für jeden ist der Weg zum Glück ein anderer und das ist ja auch gut so.

Ich möchte niemals den Eindruck erwecken, ich würde mich über andere Menschen stellen wollen, denn das will ich nicht. Und das kann ich auch gar nicht! Denn ich kenne die genauen Lebensumstände dieser Menschen nicht und weiß meistens nichts über ihre Geschichte. Ich halte es seit vielen Jahren mit einem meiner Lieblingszitate der Apachen:

„Großer Geist, bewahre mich davor, über einen Menschen zu urteilen, ehe ich nicht eine Meile in seinen Mokassins gegangen bin.“

Und genau so wünsche ich mir natürlich auch, von anderen Menschen nicht verurteilt zu werden. Oder, das andere Extrem, als Heilsbringerin angesehen zu werden.

Ich weiß nicht, was Ihr braucht, was Eure Familiensituation vereinfachen könnte und was Euer Leben glücklicher machen könnte. Ich kann nur zeigen, was uns im Alltag hilft, wie wir bestimmte Situationen bewältigen und was uns zufriedener und damit glücklicher macht. Greift Euch einfach heraus, was Euch anspricht – und laßt liegen, was Ihr im Moment nicht braucht. Wenn ich eines nicht möchte, dann noch mehr Druck in das Leben von Familien zu bringen: Druck und Zwänge haben wir alle schon genug in unserem Alltag. Seht diesen Blog bitte nur als Quelle von Dekanstößen und Inspirationen. Wenn das gelingen kann, hat er seinen Zweck erfüllt.

Ich durfte die letzten Jahre erfahren, wie wunderbar es sein kann, andere Menschen zu inspirieren: und genau das ist es, was ich weiterhin machen möchte.

Schlagen möchte ich ganz sicher niemanden.

 

6 Kommentare
  1. Bettina sagte:

    Liebe Uta, wir essen seit Wochen dein Brot, trinken deinen IngweeShot und ich liebe deine Bilder auf Insta! Vielen lieben Dank für deine Einblicke. Ich selbst bin vor 24 Jahren mit 20zig das erste Mal Mutter geworden…..und liebe es immer noch sehr mit meinen Lieben beisammen zu sein. 24/21/13*/11 Jahre mittlerweile.
    Von Herzen dir und deinen Lieben alles erdenklich Liebe
    Bettina

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Bettina!
      Danke für Deine liebe Rückmeldung – das freut mich so sehr! Alles, alles Gute Dir und Deinen Lieben!
      Ein schönes Wochenende wünscht Dir Uta

      Antworten
  2. Stephie sagte:

    Liebe Uta,
    wahre Worte und deine Einstellung teile ich voll und ganz. Ich habe keine Familie, aber fühle mich von deinen Beträgen trotzdem angesprochen und freue mich über deine Bilder.
    Hiermit ein Lob, einen Dank und liebe Grüße aus Passau

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Stephie! Du glaubst gar nicht, wie sehr ich mich über Deinen Kommentar gefreut habe! Ich verstehe mich nämlich such nicht explizit als „Mamabloggerin“ oder „Familienbloggerin“. Mein Blog ist für alle, die das Leben feiern möchten! Schön, daß Du dazugehörst!
      Liebe Grüße von Uta

      Antworten
  3. Dani sagte:

    ❤️❤️❤️❤️ Uta du bist einfach toll❤️❤️❤️❤️❤️ Ich glaube wir alle freuen uns auf weitere Inspiration von dir hier auf dem Blog.
    Liebste Grüße

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