Kommenden Freitag feiern wir schon wieder die Sommersonnenwende und die Tage werden allmählich wieder kürzer. Hast Du auch durch das regnerische Frühjahr das Gefühl, noch gar nicht genug Sonne abbekommen zu haben? Mir geht es so – und deshalb werde ich auch dieses Jahr sicher wieder Johanniskrautöl ansetzen! Johanniskraut (hypericum perforatum) hat nämlich die wunderbare Eigenschaft, Sonne speichern zu können. Deshalb gilt diese Heilpflanze auch als DAS Mittel der Wahl bei depressiven Verstimmungen, Stimmungsschwankungen und anderen psychisch – vegetativen Beschwerden. Bei allen Krankheiten, die seelische Ursachen haben, kann das Johanniskraut helfen. Ihm wird gar eine ähnliche Wirkung wie chemischen Glückspillen nachgesagt, aber natürlich ohne negative Nebenwirkungen! Deshalb ist es in der Johannizeit immer eine gute Idee, sich ein paar Blüten für einen frischen Teeaufguß mitzunehmen, wenn man welche am Wegesrand findet.

Doch heute soll es ja nicht um die vielfältigen Heilwirkungen des Johanniskrauts an sich gehen, sondern um den Ölauszug davon, das Johanniskrautöl. Dieses wird äußerlich bei Verbrennungen, Sonnenbrand, stumpfen Verletzungen, Verrenkungen, insbesondere Rückenschmerzen und entzündlichen Prozessen der Haut angewendet: dazu werden die betroffenen Stellen mehrfach täglich mit dem roten Öl eingerieben. Man muß nur beachten, daß das Johanniskraut die Haut empfindlicher für Sonnenlicht macht, weshalb es nur an trüben Tagen direkt auf die Haut gegeben und eingeriebene Hautstellen vor der Sonne geschützt werden sollten, da es sonst zu unangenehmen Rötungen kommen kann.

Eine schöne Anwendungsart ist es auch, einen Eßlöffel des Öls an trüben Wintertagen dem Badewasser hinzuzufügen, um in der dunklen Jahreszeit von dem gespeicherten Sonnenlicht zu profitieren.

Und so wird das Öl gemacht:

Ihr braucht dafür nur genügend Blüten des Johanniskrauts, ein gut verschließbares Glasgefäß, das mit einem Mulltuch abgedeckt wird und biologisch angebautes Olivenöl.

Nun sammelt Ihr in den kommenden Tagen bei Sonnenschein die gelben Blüten: Johanniskraut, welches direkt am Johannistag, dem 24. Juni, gesammelt wird, soll die höchste Heilkraft besitzen! Man findet die Heilpflanze vorwiegend auf mageren Böden und am Wegesrand und natürlich vor allem an sonnigen Standorten. Wenn man die Blüten des Johanniskrauts zwischen den Fingern verreibt, tritt ein roter Saft aus, welcher aus den Öldrüsen kommt und Hypericin enthält, welches für die Rotfärbung verantwortlich ist und in der Medizin als Antidepressivum eingesetzt wird.

Zuhause streift Ihr die Blüten vom Stängel und gebt sie in ein Glasgefäß. Nun werden die Blüten mit dem kaltgepressten Olivenöl übergossen, bis sie vollständig bedeckt sind. Während der Ziehzeit von 2-4 Wochen wird das Gefäß nur mit einem Mulltuch abgedeckt.

Zum Ziehen sollte das Gefäß mit dem Johanniskrautansatz an einem möglichst sonnigen Ort stehen: bei uns ist das der Jahreszeitentisch, auf den es thematisch in der Johannizeit ja auch wunderbar passt!

In den kommenden Wochen könnt Ihr dann eine ganz wundersame Verwandlung beobachten: das Johanniskrautöl verfärbt sich immer mehr, bis es schließlich zum Ende der Ziehzeit hin tiefrot ist. Was für ein Zauber! Nun wird das Mulltuch von einem dicht schließenden Deckel abgelöst und der Ölansatz wird mehrfach gut durchgeschüttelt.

Zum Abseihen braucht Ihr ein grobes Sieb, ein sauberes Mulltuch und dunkle Glasflaschen (Apothekerflaschen), da das Öl zwar bei Zimmertemperatur, aber möglichst dunkel gelagert werden möchte.

Das Mulltuch legt Ihr in das Sieb, welches auf einen passenden Topf (möglichst mit Ausguß) gestellt wird. Nun wird der Ölansatz dort hinein abgegossen und gut ausgepresst.

Dann wird das Johanniskrautöl in die Apothekerflaschen abgefüllt und bei Bedarf wie oben beschrieben angewendet.

Möge Euch die Sonnenkraft dieser einzigartigen Heilpflanze Sonne in´s Herz bringen, Euch den Winter erträglich machen und bei kleineren Verletzungen und Hautproblemen hilfreich sein!

 

4 Kommentare
  1. Patricia sagte:

    Ich kenne es unter dem Namen „Blümchenöl“ und meine Schwester hat es auch immer gemacht und meinem Neffen damit viele Kratzer etc versorgt. Ohne Blümchenöl ging nichts 😉 Danke für deinen Beitrag,ich werde auf unserem morgigen spaziergang auch direkt auf die Suche gehen. Liebe Grüße,Patricia 🙂

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    • Uta sagte:

      Liebe Patricia!
      Das ist ja ein süßer Name!!
      Danke für diese schöne Ergänzung!
      Ich drücke Euch die Daumen, daß Ihr reichlich Johanniskraut finden möget.
      Liebste Grüße von Uta

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  2. Leni sagte:

    Liebe Uta,
    wir haben immer noch ein wenig Johanniskrautöl vom letzten Jahr im Gebrauch – für unseren Siebenjährigen, der hin- und wieder von Wachstumsschmerzen geplagt wird. Dafür wirkt das Öl auch wahre Wunder!
    Liebe Grüße
    Leni

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