Der erste Ausflug nach dem Lockdown führte uns Ende Mai in den schönen Steigerwald: nahe Ebrach gibt es seit 2016 den Baumwipfelpfad Steigerwald, den wir schon so lange besuchen wollten. Also haben wir meiner Mama einen Gutschein für einen Tagesausflug dorthin zum Muttertag geschenkt, denn das erhöht bekanntlich den Druck, solch ein Vorhaben auch umzusetzen. Natürlich haben wir uns auf der Webseite des Baumwipfelpfades erst einmal die Corona-Vorschriften durchgelesen und konnten durch Vorabbuchung im Internet die Kassenschlange (die aber sowieso nur aus zwei Familien bestand!) umgehen und sofort bezahlen: die Preise halten wir für absolut gerechtfertigt und das Familienticket ist mit 22 € sehr großfamilienfreundlich! Ein großes Lob dafür! Allerdings ist mir schleierhaft, warum nur Kinder bis 15 Jahren im Familienticket mit eingeschlossen sind – ab September müßte unsere Große also (obwohl sie Schülerin ist) separat ein Erwachsenenticket lösen.

Den Besucher führt ein 1.150 m langer Holzsteg immer weiter hinauf bis in die Baumkronen des Steigerwaldes. Zahlreiche Spielstationen halten die Kinder bei Laune und zahlreiche Infotafeln bilden die Größeren. Alles in allem absolut gelungen! Ganz langsam und stetig (der ganze Pfad inklusive Turm ist rollstuhlgeeignet!) steigert sich die Höhe immer mehr, bis man direkt in die Baumkronen schauen kann: selbst für Waldfreunde wie uns, die täglich im Wald sind, ein ungewöhnliches und tolles Erlebnis. Vor allem, wenn man das Glück hat, Tiere beobachten zu dürfen! Wir konnten einen jungen, hungrigen Specht bei der Fütterung beobachten: er hat so lange und ausdauernd gerufen, bis ein Elternteil mit Futter im Schnabel  angeflogen kam und den größten Hunger gestillt hat! Seht Ihr ihn?

Der aus heimischen Hölzern gebaute Holzpfad führt sogar über ein Wildgehege! Dieses von oben beobachten zu können, ist auch etwas ganz Besonderes. Und dann kommt er: der 42 m hohe und barrierefrei konstruierte Aussichtsturm! Er ist das Kernstück und im wahrsten Sinne des Wortes der Höhepunkt des Baumwipfelpfades!

Ganz langsam schlängelt sich der Pfad um einen großen Baum herum in die Höhe: wirklich ein architektonisches Meisterwerk!

Man kann sich viel Zeit für die Besteigung des Turmes lassen, denn zu allen Seiten bieten sich tolle Ausblicke.

Oben angekommen, befindet man sich tatsächlich über den Baumkronen und kann den schönen Steigerwald weit überblicken.

Die Wolken sind zum Greifen nah und der Wald liegt einem Meer gleich unter einem!

Der sanfte Aufstieg, den wirklich jeder in seinem persönlichen Tempo bewältigen kann, lohnt sich absolut!

Inmitten des runden Turmes bieten sich auf Bänken rund um den Baum herum schöne Gelegenheiten für ein Picknick! Dabei kann man die außergewöhnliche Architektur des Aussichtsturmes in Ruhe studieren.

Wieder auf dem Pfad angekommen, folgen ein paar weitere Spielstationen.

Es gibt sogar eine Wipfel-App, die technikbegeisterten Menschen zusätzliche Spiel- und Lernmöglichkeiten bietet, wir haben diesen Service allerdings nicht in Anspruch genommen.

Am Ende des Baumwipfelpfades gibt es ein schön gestaltetes Picknickareal mit Spielplatz und Hängematten – der Ausflug muß nach dem Verlassen des Holzsteges also noch lange nicht zu Ende sein!

Dann führen schöne schattige Waldwege zurück zum Eingangsbereich, wo Gastronomie und ein Souvenirladen auf die Besucher warten. Ganz besonders toll am Konzept des Baumwipfelpfades Steigerwald finde ich die Inklusivität: das Markt- und Service-Integrationsunternehmen (MSI) betreibt am Baumwipfelpfad den Gastronomiebetrieb und stellt Mitarbeiter für den Kassenbereich und Souvenirladen. Das breit gefächerte Arbeitsangebot bietet Menschen mit und ohne Behinderung optimale Beschäftigungsmöglichkeiten.

Damit muß der Tagesausflug in den Steigerwald aber noch nicht vorbei sein! Wir haben die Gelegenheit genutzt, uns den wunderschönen Markt Ebrach anzuschauen.

Der gemütliche kleine Marktflecken bietet eine ungewöhnlich prachtvolle Architektur: das im Jahre 1127 gegründete Zisterzienserkloster dominiert den ganzen Ort und hat ihm offenbar früher zu einigem Reichtum verholfen! Vom geistlichen Leben ist allerdings lediglich die 1285 vollendete Abteikirche erhalten geblieben: sie ist 88 Meter lang und gilt als eines der schönsten Baudenkmäler der frühgotischen Baukunst.

Leider konnten wir nur durch Gitter einen Blick in das Innere dieser prächtigen Kirche erhaschen: wie schade! Wäre doch vor allem der Anblick der über dem Westportal thronenden Rosette von zwölf Metern Durchmesser (nach dem Vorbild von Notre Dame in Paris) unser Wunsch gewesen!

Die übrigen Klostergebäude dienen übrigens schon seit 1851 als Justizvollzugsanstalt! Ansonsten ist in Ebrach ein wenig die Zeit stehengeblieben – was gerade den Charme dieses Ortes ausmacht.

Wir haben den Rundgang durch den kleinen Marktflecken jedenfalls sehr genossen. Vielleicht zieht es Euch diesen Sommer auch einmal in den schönen Steigerwald?

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