Sehnt Ihr Euch auch so nach Frühling? Und holt Ihr Euch auch manchmal den Frühling in Form eines Tulpen- oder Narzissenstraußes in’s Haus?

Ich liebe Narzissen und Tulpen ja über alles. Und seitdem wir vor einigen Jahren drei allerherrlichste Sommerwochen in Holland verbringen durften, liebe ich Holland. Aus diesen beiden Gründen habe ich schon lange davon geträumt, diese beiden Leidenschaften zusammenzubringen und im Frühling nach Holland zu fahren. Letztes Jahr im April war es soweit – und es war eine der schönsten Reisen meines Lebens: nicht nur, weil in diesem Urlaub Meer und Blumenmeer so nah beieinander lagen. Und auch nicht (nur), weil ich alleine mit dem Liebsten verreisen durfte und wir ein winziges Häuschen direkt am Strand gemietet hatten. Sondern weil mich dieses Land unter dem Meeresspiegel nun endgültig  für sich eingenommen hat. Weil ich nun immer, wenn ich Hyazinthen rieche, in Gedanken an kilometerlangen bunten Blumenfeldern vorbeifahre. Weil ich nun immer, wenn ich einen Tulpenstrauß in der Hand halte, an die Millionen weiterer Tulpen denken muß, die mit diesen Tulpen in Reih und Glied auf dem Feld standen. Weil ich keine Narzissen mehr anschauen kann, ohne ihre Blütenköpfe in Gedanken zu Blütenkränzen aufzufädeln. Diese Frühlingswoche in Holland hat meine Sicht auf die geliebten Frühlingsblumen verändert und erweitert und alleine diese Erfahrung war ein riesiges Geschenk.

Unser Strandhäuschen war eines der vielen „Strandhuisjes“ des Landal Resorts Ooghduyne in Julianadorp aan Zee.

Es war einfach nur perfekt: essen mit Blick auf’s Meer, lesen mit Blick auf’s Meer, kochen mit Blick auf’s Meer … und dazwischen ausgedehnte Strandspaziergänge: besser geht es einfach nicht für Meersüchtige wie uns! Wir würden jederzeit sofort wieder dorthin fahren.

 

Julianadorp gehört zur Gemeinde Den Helder im Norden der niederländischen Provinz Nordholland und direkt hinter den Dünen beginnen schon die ersten Blumenfelder. Die Blütezeit ist natürlich immer wetterabhängig – aber von Mitte April bis Mitte Mai sollte man die Pracht so gut wie immer bewundern können.

Habt Ihr schon einmal so viele Traubenhyazinthen auf einmal gesehen?

Aber auch abgesehen von den herrlichen Blumenfeldern hat Nordholland einiges zu bieten: die Provinz besteht aus einer ausgedehnten Polderlandschaft zwischen der Nordseeküste mit recht ruhigen und ausgedehnten Stränden und Dünen und dem Ijsselmeer, dem größten See der Niederlande (der durch den Abschlußdeich 1932 künstlich entstandene heutige Süßwassersee besteht aus einem großen Teilgebiet der ehemaligen Zuidersee zwischen Friesland und Nordholland). Auf diesen Poldern finden sich noch immer viele Windmühlen und gerade im Frühling springen auf den saftigen Wiesen unzählige Lämmer umher und es gibt kaum eine heimische Tierart, die nicht beim Brüten oder dem Versorgen des Nachwuchses zu beobachten wäre.

Wenn man im Frühling nach Holland fährt, ist ein Besuch des berühmten Keukenhofs natürlich obligatorisch: reisen doch jedes Jahr unzählige Touristen aus aller Welt eigens deswegen in die Niederlande! Im Keukenhof, dem größten Blumenpark der Welt, werden jedes Jahr über 7 Millionen Blumenzwiebeln eingepflanzt. Er öffnet von Mitte März bis Mitte Mai seine Pforten und auch wenn uns ein Besuch in diesem Leben reicht, so muß man dieses Spektakel doch erlebt haben: festlich geschmückte indische und japanische Familien, die sich inmitten von Tulpenbeeten feierlich fotografieren lassen sieht man schließlich nicht alle Tage (von Tulpensorten aus dem Jahre 1750 mal ganz abgesehen)!

Ich will es also gar nicht bestreiten: der Keukenhof ist ein riesiger blühender Rummelplatz und stille Plätze für Ruhe und Kontemplation sind schwer zu finden – aber wenn man in dieser Hinsicht nicht mit falschen Erwartungen anreist, wird man sicher nicht enttäuscht.

Wer in seinem Urlaub auch gerne einmal bummeln geht, dem empfehle ich das zauberhafte Städtchen Alkmaar: der berühmte Käsemarkt findet vom ersten Freitag im April bis zum ersten Freitag im September freitags vormittags statt und ist auch heute noch ein Großereignis und einen Besuch wert. Aber auch an allen anderen Tagen kann man sich in der Altstadt mit ihren zauberhaften Grachten wunderbar die Zeit vertreiben.

Euch reicht es nicht, die wunderschönen Windmühlen Nordhollands immer nur von außen zu bewundern? Ihr würdet sie gerne von innen sehen und etwas über ihre ursprüngliche Aufgabe erfahren? Dann ist das Freilichtmuseum „Zaanse Schans“ genau das Richtige für Euch. Zwar werdet Ihr auch hier nicht alleine sein, denn tagtäglich rollen hier viele Busse, prall gefüllt mit Touristen aus aller Herren Länder, an. Aber erstens ist das Ensemble der verschiedenen Mühlen wirklich zauberhaft und zweitens bekommt man wohl nirgends einen so guten Einblick in das mannigfaltige Müllergewerbe: denn nein, in einer Mühle wurde nicht nur Mehl gemahlen. Es gab Farbmühlen, in denen Pigmente zerrieben (und später zu Farben weiterverarbeitet) wurden, Gewürzmühlen, Sägemühlen und Ölmühlen – und all diese alten Handwerke können in den Mühlen an der Zaan noch heute bewundert werden. Außerdem  gibt es auf dem Gebiet von Zaanse Schans auch eine Käserei, eine Holzschuhmacherei, den ersten Krämerladen der heutigen Supermarktkette Albert Hejn und noch vieles mehr zu besuchen.

Vielleicht habt Ihr es gespürt: Nordholland hat uns verzaubert … nicht nur – aber ganz besonders im Frühling!

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2 Kommentare
  1. Wolf Wieland sagte:

    Hübscher Bericht über die Blumenwelt im Norden Hollands – da packt einen selbst ja gleich die Reiselust.

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