Letztes Jahr waren wir Anfang Oktober nur mit unserer Großen in Amsterdam: ihr Konfirmationsgeschenk von uns! Und oh, was waren wir froh, daß ihre Wahl auf Amsterdam gefallen war: denn diese Stadt ist einfach zu schön und da wir zuvor immer nur für einen Tag dort waren,  sollten wir nun endlich die Gelegenheit bekommen, sie ganz in Ruhe im Herbst zu erkunden. Um nach einem trubeligen Tag in der Stadt auch wirklich Ruhe zu finden, fiel unsere Wahl der Unterkunft auf ein kleines Hausboot in Vinkeveen: eine grandiose Entscheidung!

Mitten im Grünen Herzen Hollands gelegen, ist Vinkeveen nämlich eine Oase der Ruhe: also genau das, was man nach einem anstrengenden Tag in der Stadt braucht. Und wenn man dann so einen Ausblick von der Wohnzimmercouch aus hat, dann braucht man auch kein weiteres Abendprogramm:

Schwarze Schwäne vor unserem Wohnzimmerfenster und eine Wildgansfamilie auf unserem Steg: ein Wunder, daß wir uns überhaupt von unserem Hausboot in Vinkeveen wegbewegt haben!

Zum Glück hatten wir einen abenteuerlustigen Teenager dabei: sonst wären wir glatt auf unserem Hausboot geblieben! So aber haben wir noch am Ankunftstag den Zug von Abcoude nach Amsterdam genommen.

Und dann steht man eine halbe Stunde später ganz entspannt vor der Centraal Station! Ein Hoch auf den Öffentlichen Nahverkehr!

Zum Ankommen in dieser wunderschönen Stadt, sind wir erst einmal den Damrak hinuntergeschlendert, vorbei an den typischen schmalen Grachtenhäusern mit ihren mannigfaltigen Giebeln: ich könnte stundenlang nur diese Häuser bewundern!

Aber Amsterdam hat natürlich noch viel mehr zu bieten: lustige Lastenräder, zum Beispiel!

Ach – und habe ich diese tollen Grachtenhäuser schon erwähnt?

Zum großen Glück meiner Mitreisenden hatten wir ein spezielles Ziel, das mich vom Grachtengürtel ablenkte und hineinführte, in die Eggertstraat:

Und wenn man dann vor diesen beiden Hübschen steht, ist das Ziel nicht mehr weit: das kuriose, winzige Fotostudio „Museumfoto“ von Peter Smits.

Was erst einmal wie ein riesengroßer Touristennepp klingt, macht unglaublich viel Spaß und ist eine herrliche Erinnerung an einen Aufenthalt in Amsterdam: statt sich die Alten Meister nur in Amsterdams Museen anzusehen, springt man mitten hinein in das Gemälde und WIRD zur Kunst! Peter ist unglaublich nett und nimmt sich Zeit für seine Kunden: er schlägt ein Gemälde vor, das er sich am besten für den jeweiligen Menschen vorstellen kann und ich finde, er hat ein sehr gutes Gespür dafür. Ich durfte die Dienstmagd mit Milchkrug von Jan Vermeer zum Leben erwecken – ganz sicher eine unvergeßliche Erfahrung!

Wieder in diesem Jahrhundert gelandet, haben wir uns weiter treiben lassen: von einer bezaubernden Gracht in die nächste!

Was für eine aufregende und bunte Stadt Amsterdam doch ist: sogar an einem trüben Herbsttag!

Unser Abendessen haben wir bei „Maoz vegan“ eingenommen: einer von vielen tollen Empfehlungen meiner lieben Leserin Stephanie! Diese Fast Food Kette der etwas anderen Art hat sich auf phantastische Falafel spezialisiert und ich habe tatsächlich bislang keine besseren gegessen: und ich LIEBE Falafel! Also auch von uns eine ganz große Empfehlung!

Den Nachtisch gibt es gleich gegenüber: im etwas versteckten Schokoladenparadies der niederländischen Kult-Marke Tony’s Chocolonely!

Wir lieben die regenbogenbunten Tafeln sowieso schon seit Jahren: und für echte Fans ist der Tony’s Chocolonely Superstore ein absolutes Highlight: hier kann man sich seine eigene Wunsch-Schokolade kreieren: inklusive Beschriftung und Farbe des Einwickelpapiers! Eines der besten Mitbringsel aus Amsterdam überhaupt!

Und außerdem kann man hier jede einzelne Schokolade aus dem riesigen Sortiment kostenlos probieren – ich sag es ja: ein Traum für jeden Schokoholiker!

Mit viel Schokolade im Bauch sind wir dann in der Dämmerung zum Bahnhof gelaufen und konnten feststellen, daß sich abends wieder ein ganz anderer Zauber auf diese wunderschöne Stadt legt!

Was für ein zauberschöner Ort!

Der nächste Tag begann regnerisch und so sind wir erst einmal noch eine ganze Weile in unseren Betten geblieben und haben den Regentropfen auf dem Wasser zugesehen.

Dann haben wir es uns mit viel Tee und unseren Tagebüchern auf unserem Hausboot bequem gemacht. Aber wenn man ganz in der Nähe einer so spannenden Stadt wie Amsterdam ist, entfaltet diese ihre magnetische Wirkung sehr zuverlässig und so befanden wir uns schon bald wieder im Zug in Richtung Hauptbahnhof. Unser erstes Tagesziel war die OBA: die Openbare Bibliotheek Amsterdam, eine Stadtbibliothek, wie wir noch keine gesehen haben!

Und dabei kann ich mich gar nicht entscheiden, was ich faszinierender fand: die phantastische Architektur, die modernen und jedem zugänglichen Arbeitsplätze oder die unfaßbare Auswahl an Büchern! Aber nicht nur Buchliebhaber kommen in Amsterdams Stadtbibliothek auf ihre Kosten: von der Aussichtsterrasse aus gibt es schlichtweg einen der schönsten Ausblicke auf diese faszinierende Stadt.

Nach diesem gelungenen Auftakt, haben wir uns ohne Ziel durch die Straßen Amsterdams treiben lassen.

Die Basiliek van de Heilige Nicolaas Amsterdam ist ein beeindruckender Ort der Ruhe in dieser immer pulsierenden Stadt:

Wir mußten ja (leider, leider!) nochmal in den Tony’s Chocolonely Superstore, um die personalisierten Schokoladen abzuholen (und ein zweites Frühstück in Form von Schokolade einzunehmen).

Und da uns hinterher noch nicht übel genug war, haben wir uns eine der besten Stroopwafel der Stadt gegönnt: bei Melly’s Stroopwafels an der Nieuwe Kerk! Ein absoluter Traum!

Und wer denkt, daß die abgepackten Honig- oder Sirupwaffeln, die es bei uns zu kaufen gibt, auch nur im Geringsten zu vergleichen sind mit einer frisch gebackenen, holländischen Stroopwafel, dem empfehlen wir dringend einen Besuch bei Melly’s!

Nach diesem Hochgenuß wollten wir uns ein wenig im herbstlichen Vondelpark erholen – eine kleine, grüne Oase mitten in der Stadt.

Im Sommer ist dieser Park sehr belebt: aber im Herbst findet man dort tatsächlich Ruhe und Erholung.

Zurück in den Straßen Amsterdams, haben wir uns sehr über die höflichen Holländer amüsiert:

Man muß diese Stadt einfach lieben!

Zu Fuß ging es dann zum Rembrandtplein, wo sich unterhalb des Rembrandt-Denkmals die Figuren aus einem seiner berühmtesten Gemälde, „Die Nachtwache“ tummeln: beeindruckend!

Oberhalb dieses belebten Platzes, im ehrwürdigen Café „De Kroon“ kann man ganz gemütlich Tee trinken und dem Treiben auf Amsterdams ehemaligen Buttermarkt zusehen! Schön!

„De Kroon“ ist eine wunderbar gelungene Mischung aus Tradition und Moderne – ein erholsamer Ort in einer trubeligen Stadt!

Ein absolutes Highlight an diesem Tag war das Abendessen in der schönen Reguliersdwarsstraat!

Die Vegan Junk Food Bar (auch dies eine tolle Empfehlung einer lieben Leserin!) ist unbedingt einen Besuch wert.

Modernes Design trifft auf hochwertiges, veganes Fast Food: ich träume heute noch von meinem Cesar’s Salad mit veganen Shrimps!

Aber auch, wenn Ihr dort nicht essen gehen wollt: die Reguliersdwarsstraat ist eine der buntesten und trendigsten Adressen in Amsterdam und sollte nicht nur von Mitgliedern der lgbtqi+-Szene besucht werden!

Unser letzter Programmpunkt an diesem Tag war der Besuch eines der allerschönsten Kinos der Welt: dem ehrwürdigen Tuschinsky! Dieses Jugendstil-Theater, in dem noch immer das Pathé-Kino untergebracht ist, versetzt einen sofort in eine andere Zeit.

Auch das Interieur wirkt wie aus der Zeit gefallen … und oh, so schön!

Es ist also fast egal, welche Filme gespielt werden (wobei wir da mit Downton Abbey im Originalton großes Glück hatten!): geht in dieses Kino! Laßt Euch ein paar Stunden hundert Jahre zurückversetzen: Ihr werdet es nicht bereuen.

Am nächsten Tag haben wir früh unser schönes Hausboot verlassen: schließlich stand der Besuch des großen Flohmarktes in den Ij-Hallen an: laut Veranstalter der größte Flohmarkt Europas!

Von der Centraal Station aus kann man mit der Fähre zum weitläufigen Gelände der ehemaligen Werft fahren: der große Samstagsflohmarkt ist definitiv einen Besuch wert!

Und dabei ist es völlig egal, ob man etwas kaufen möchte: allein, die Atmosphäre dort zu spüren und die teilweise recht kuriosen Waren zu sehen! Wundervoll!

Unglaublich, wie viele Stände in diese alten Hallen passen!

Ihr seht schon: dieser Flohmarkt ist ein Mekka für alle Second Hand Fans! Und Freunde gepflegter Street Art kommen sowieso auf ihre Kosten.

Den Flohmarkt können wir also von Herzen empfehlen: ganz im Gegensatz zum Besuch des so gehypten A’dam  Lookout!

Denn wenn man (wie wir) leider keine Tickets mehr für die höchste Schaukel Europas bekommt, dann ist das ziemlich viel Geld und ziemlich viel vertane Zeit, die man gefühlte Ewigkeiten in Schlangen verbringt, um dann auf einem Hochhaus zu stehen.

Zugegeben, der Rundumblick ist atemberaubend: wir würden diesen Abstecher trotzdem nur denen empfehlen, die Tage vorher ein Ticket für die Schaukel online erwerben konnten.

Den nächsten Programmpunkt können wir aber wirklich uneingeschränkt allen Menschen empfehlen, die holländische Pfannkuchen genau so sehr lieben wie wir: eine Fahrt mit dem wunderbaren Pfannkuchenboot!

„De Pannenkoekenboot“ fährt 75 Minuten lang auf der Ij an vielen sehenswerten Gebäuden Amsterdams vorbei: und während dieser gemütlichen Schiffsfahrt darf man so viele Pfannkuchen und Toppings vom reichhaltigen Pfannkuchenbuffet essen, wie man schafft! Ein absoluter Pfannkuchenhimmel!

Dieser Tipp stammt übrigens von dem wunderbaren Stadtführer „Amsterdam Stadtabenteuer“ aus dem Michael Müller Verlag, den wir von Herzen empfehlen können. Während der Fahrt mit dem Pfannkuchenboot begegnet man teilweise sogar solchen Ozeanriesen: ein skurriler Anblick in einer relativ kleinen Stadt wie Amsterdam.

Zum Abschluß dieses schönen Tages zog es uns noch in das Museumsviertel von Amsterdam.

Nicht etwa, um die alten Meister im Rijksmuseum zu besuchen!

Julia hatte sich den Besuch der grandiosen Banksy-Ausstellung „Banksy & More“ im Moco Museum gewünscht.

Und wie sehenswert diese Ausstellung war!

Banksy ist und bleibt einfach der Größte!

Da der Heimweg uns durch das Rotlichtviertel Amsterdams führte, durch das allabendlich wahre Horden junger Männer pilgern, kamen wir natürlich nicht daran vorbei, die Fragen unserer jugendlichen Tochter zu Sexarbeit und Co zu beantworten. Spannend!

Und dann hieß es Abschied nehmen, von Amsterdam: denn am nächsten Tag sollte es wieder in Richtung Heimat gehen. Aber in drei Tagen haben wir zumindest einen ganz guten Einblick in diese bezaubernde Wasserstadt bekommen – was nicht bedeutet, daß wir nicht unbedingt zurückkehren wollen! Amsterdam ist großartig!

Großartig war übrigens auch unser Abschiedsfrühstück in Vinkeveen, welches wir in dem zauberhaften kleinen „Koffiehuis de goede Morgen“ eingenommen haben. Ein gemütliches Café auf einem Campingplatz, in dem einem der superleckere Hafermilchcappucchino mitunter von zauberhaften Menschen mit Extra-Chromosom zubereitet wird! Die Karte ist modern und abwechslungsreich und auch vegane Feinschmecker kommen absolut auf ihre Kosten: eine absolute Empfehlung von uns!

Wieder zuhause, haben wir den Daheimgebliebenen gleich unsere Mitbringsel übergeben: darunter unbedingt immer holländisches Lakritz (natürlich süß UND salzig!) und winzig kleine „Klompen“, die sich wunderbar an Lakritztütchen hängen lassen!

Für den Buben gab es außerdem eine Badeente in Delfter Blau!

Die allerwichtigsten Mitbringsel sind jedoch immer all die kostbaren Erinnerungen in meinem Reisetagebuch – und davon gibt es aus Amsterdam jede Menge.

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