Auf dem 40. Geburtstag unserer Freundin machten wir in der schönen Schweiz zum ersten Mal Bekanntschaft mit einer Badetonne und waren sofort hellauf begeistert: ein Holzfass wird mit Wasser gefüllt und mit einem daneben stehenden Holzofen, durch den das Wasser fließt, wird das Wasser auf eine angenehme Temperatur von ca. 36°-37° gebracht – und das auch bei Außentemperaturen von knapp über 0° Celsius! Das Geniale daran ist, dass die Wassererwärmung ganz ohne Strom funktioniert: der Ofen hat unten einen Eingang und oben zwei Ausgänge. Das kalte Wasser fließt unten in den Ofen hinein und wird im Ofen erwärmt, wodurch es aufsteigt und oben wieder in die Badetonne fließt. Auf der Geburtstagsfeier wurde die Badetonne bzw. deren Ofen für uns angefeuert und nach einigen Stunden konnten wir hinein. Es war schon dunkel geworden und kalt, so dass das Wasser sehr schön dampfte. Nach dem Umziehen in der Badehose durch die Kälte zur Badetonne und dann endlich ins heiße Wasser – was für ein Traum! Und dann noch über uns der klare Sternenhimmel … Entspannung pur.

Bei uns in der Familie hat sich übrigens der Begriff Hotpot eingebürgert, obwohl damit eigentlich etwas anderes gemeint ist. In Deutschland werden normalerweise die Begriffe Badetonne oder Hottub (auch Hot Tub) verwendet, aber uns gefällt Hotpot einfach besser.

Je nach Größe des Hotpots haben einige Personen Platz, beim „ersten Mal“ haben wir uns teilweise mit bis zu 10 Personen hineingequetscht. Und natürlich waren die Kinder dabei: den Spaß wollten sie sich nicht entgehen lassen. Für uns war sofort klar, dass wir so einen Hotpot in unserem Garten brauchen. Wir baden alle leidenschaftlich gerne, aber die Badewannen sind einfach immer zu klein, insbesondere wenn man mit jemandem zusammen baden möchte.

Nun galt es einen passenden Hot Tub zu finden. Unseren Hotpot haben wir bei Sauna & Badetonne online bestellt und wir waren und sind sehr zufrieden, sowohl was die Qualität des Produktes angeht als auch den Kundenservice. Es gibt bei Sauna & Badetonne zwei Varianten:

  • die kleineren Hot Tubs haben den Ofen Innen,
  • die größeren Hot Tubs haben den Ofen Außen

Wir wollten, dass auf jeden Fall die ganze Familie mit 6 Personen gemütlich Platz hat, dazu gerne noch ein paar Gäste. Unsere Wahl fiel daher auf die Badetonne 200cm aus Lärche mit Aussenofen, die als „passend für 10 Personen“ angegeben ist.

Für 6 Personen ist diese Badetonne ideal und bietet viel Platz, mit 8 Personen wird es schon enger und bei 10 Erwachsenen müsste man sich hineinquetschen. Und wir wollten (natürlich) den 200€ teureren 50W Außenofen statt des günstigeren 40W Ofens, in der Hoffnung, dass das Anheizen damit schneller vonstatten gehen würde. Wenn man nicht gerade eine Spedition besitzt oder mit einem Spediteur befreundet ist und auch Bagger oder Kran nicht zur Standardausstattung der heimischen Werkstatt gehören, kommt zu dem Preis von 3.700€ noch die Lieferpauschale für „Sauna-Badetonne Transport (mit Kranabladen)“ hinzu in Höhe von knapp 430€ (in Deutschland).

Da der Hotpot 2.400 l fasst und leer bereits 280kg wiegt, muss sowohl die Logistik gut überlegt werden (wie kommt die Badetonne an den Zielort?) als auch die Unterkonstruktion passend für das Gewicht sein (ca. 3,5 t). Unsere Unterkonstruktion haben wir uns von einem Freund aus passendem Lärchenholz bauen lassen:

Wir haben das Glück, dass unser Wunschort von der Straße aus mit dem Kran der Firma erreichbar war (ca. 2,5m seitliche Reichweite), was wir natürlich vorher telefonisch geklärt hatten.

Bei Holz als Untergrund empfiehlt sich eine Metall- oder Steinplatte vor der Ofentür, um das Holz vor herausfallender Glut zu schützen.

Laut den Experten von „Sauna & Badetonne“ kann man das Wasser ganzjährig im Hotpot lassen, wenn man entsprechende Vorkehrungen trifft. Im Winter ablassen wäre eine Alternative, aber gerade in der kälteren Jahreszeit oder auch in der Übergangszeit macht es besonders viel Freude, in der Badetonne zu sitzen. Nach einigem Ausprobieren und Nachfragen und Überlegen haben wir folgende Vorgehensweise für den Winter bzw. für den Zeitpunkt, ab dem Temperaturen unter 0° erwartet werden:

  • Im Hotpot werden Stöpsel angebracht, um die Ein/Ausgänge zum Ofen zu verschließen. Dadurch kann der Ofen „abgelassen“ werden, was unbedingt notwendig ist, weil er sonst „platzen“ würde sobald sich im Wasserraum des Ofens Eis bildet.
  • Am Auslauf der Badetonne wird auch ein Stöpsel angebracht, damit man den Hahn geöffnet lassen und das Eis das Rohr nicht zerstören kann.
  • Zum Druckausgleich für das Eis verwenden wir insgesamt zehn Eisdruckpolster und binden außerdem eine Schwimmnudel möglichst tief im Hotpot an der Sitzbank fest.

Der Teufel liegt bekanntlich im Detail und deswegen möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass der untere Stopfen für die Verbindung von der Badetonne zum Ofen ein Problem darstellt: nach dem Baden sollte man ihn erst verschließen, wenn keine Glut mehr im Ofen ist, was insbesondere bei kalten Temperaturen nicht ganz trivial ist. Es kommt daher vor, dass ich am nächsten Morgen nochmal kurz in den Hotpot muss, um den Stopfen anzubringen. Zum Glück kühlt das Wasser sehr langsam ab, so dass es selbst bei Minusgraden morgens noch 20-25° Temperatur hat. Ideal ist es also, wenn man den unteren Stopfen bereits schließen kann, wenn man mit dem Baden fertig ist. Wenn man im Winter baden möchte, muss man zuerst die Stopfen zum Ofen entfernen. Falls es zu kalt ist und die Stopfen vereist sind muss man leider auf das Baden verzichten – zumindest machen wir das so. Vorausgesetzt die Stopfen lassen sich lösen, ist das bei den oberen beiden Stopfen kein Problem, beim unteren aber schon: denn man kommt nicht so einfach mit der Hand hin und selbst die oberen Stopfen bereiten bei Wassertemperaturen nahe 0° durchaus etwas Mühe. Zum Glück ist der Stopfen zweigeteilt: er besteht aus einem äußeren Gummiteil und einem inneren Plastikteil. Man kann nun bereits mit wenig handwerklichem Geschick eine Öse an das innere Plastikteil anbringen, welche es erlaubt den unteren Stopfen über ein daran befestigtes Seil zu öffnen. Nun steht dem Badespaß im Winter nichts mehr im Wege!

Natürlich muss man sich noch um die Wasserqualität kümmern. Anfänglich dachten wir, es würde reichen, das Wasser immer mal wieder zu tauschen und für längere Abwesenheit im Sommerurlaub eine kleine Filterpumpe für 40€ mit Zeitschaltuhr zu verwenden. Das hat leider nicht funktioniert. Den Hotpot leer stehen zu lassen wird nicht empfohlen, unter anderem weil das Holz nur in nassem Zustand für Dichtigkeit sorgt (in den ersten Tagen tropft die Badetonne, bis sich das Holz vollgesogen hat und dicht ist). Unsere Wasseraufbereitung sieht inzwischen folgendermaßen aus:

  • Chemischer Zusatz „Soft & Easy Wasserdesinfektion mit Aktivsauerstoff (chlorfrei)“
  • Sandfilterpumpe „Speed Clean Comfort 50“

Die Sandfilterpumpe steht neben dem Hotpot und es hängen zwei Schläuche über den Rand in das Wasser hinein.

Ab dem Frühjahr lassen wir die Pumpe bis zu 2h pro Tag laufen (400W Leistungsaufnahme), wir sind gerade dabei auszuprobieren, wie weit wir die Laufzeit reduzieren können. Im Winter wird die Sandfilterpumpe abgebaut. Damit und mit 1-2 Füllungen pro Jahr ist die Wasserqualität für uns ausreichend gut. Da eine Füllung mit ca. 10€ an Wasserkosten zu Buche schlägt amortisiert sich die ca. 200€ teure Wasserpumpe bereits nach einigen Jahren.

Die Badetonne wird mit einer Plastikplane abgedeckt, die in der Mitte ein Loch hat. Von der Idee her nicht schlecht, wenn der Standort vor Dreck geschützt ist. Dann kann Regenwasser direkt in den Hotpot abfließen. Unsere Badetonne steht aber „ungeschützt“ neben Bäumen und Büschen, so dass sich Blätter und Blütenstaub oder auch mal ein Obststück auf der Plane wiederfinden. Zusammen mit Regenwasser ergibt das eine ungute Mischung. Nach ersten Versuchen mit einem Stab in der Mitte um ein „Zelt“ zu errichten, so dass das Regenwasser nach außen abfließt, verwenden wir inzwischen zwei Luftkissen (120 x 120 cm), wodurch sich die Plane sehr schön nach oben wölbt und das Regenwasser seitlich abfließen kann.

Beim Schornstein haben wir uns für eine Verlängerung entschieden, damit der Rauch weiter entfernt von den Köpfen entweicht. Außerdem haben wir ein Schutzrohr gewählt, zunächst wegen der Kinder, ich würde das aber immer empfehlen. Wenn man richtig einheizt fängt das Ofenrohr nämlich an zu glühen – bei Nacht ein toller Anblick, aber berühren sollte man es keinesfalls! Der Ofen an sich ist nämlich außen immer nur warm und nie so heiß, dass man sich daran verbrennen könnte – ganz im Gegensatz zum Ofenrohr!

Der „Wartungsaufwand“ ist erfreulicherweise sehr überschaubar: lediglich das äußere Holz muss einmal pro Jahr eingeölt werden.

Das Erreichen der optimalen Badetemperatur ist eine kleine Wissenschaft für sich, macht aber auch Freude und sorgt für das eine oder andere Abenteuer. Es gibt schließlich keinen Thermostat, an dem man die Wunschtemperatur einstellen könnte. Deshalb ist ein Thermometer unbedingt notwendig. Unsere Wunschtemperatur beträgt 36°. Natürlich steigt das warme Wasser im Hotpot nach oben und man misst nahe der Oberfläche schon relativ früh 40° oder mehr, aber unten ist das Wasser noch kalt. Darum empfiehlt es sich ein Paddel zu verwenden, um das Wasser in der Badetonne kräftig umzurühren, bevor man die Temperatur misst. Je nach Außentemperatur benötigt man 3-6 Stunden um die Wunschtemperatur zu erreichen, wobei abhängig von der Holzart (Hart- oder Weichholz) die Brennkammer einige mal gefüllt werden muss – als ganz groben Anhaltspunkt nehmen wir an, dass wir pro Kammerfüllung das Wasser um ca. 5° erwärmen, wobei das Holz in ca. 40 min (Weichholz) bis 60 min (Hartholz) verbrannt ist.

Aktuell nutzen wir unseren Hotpot ca. 10-15 Mal pro Jahr und jedes einzelne Mal ist es ein wahrer Genuß und unglaublich entspannend. Meistens verbringen wir 1-2 Stunden in der Badetonne, anfangs oft zusammen mit allen Kindern und zum Schluss dann meistens zu zweit alleine. Und jeder, der sich schon einmal in 36° warmem Wasser komplett der länge nach ausstrecken, dabei den Geräuschen der Natur lauschen und den Sternenhimmel betrachten konnte, wird zustimmen, dass das Baden im Hotpot eines der schönsten und entspannendsten Dinge ist.

Unsere Kinder nutzen übrigens im Sommer auch gerne die Restwärme am nächsten Tag: vom lauwarmen Hotpot zum kalten Pool zu wechseln, hat einen ganz besonderen Reiz. Wer sich für eine Badetonne entscheidet, braucht also kein Planschbecken mehr!

Zusammenfassung inklusive Kosten:

  • Badetonne 3.700€
  • Lieferung 424€
  • Wasseraufbereitung
    • Sandfilterpumpe + Zubehör (Schläuche, Sand) ~ 200€
    • Soft & Easy Wasserdesinfektion ~ 10€/Jahr
  • Winterbetrieb
    • Stöpselset 37€
    • Seil und Öse für den unteren Stopfen ~ 10€
    • 10 Eisdruckpolster ~ 45€
    • Schwimmnudel ~ 5€
  • Sonstiges Zubehör
    • Ofenverlängerung (Schornsteinmodul) 39€
    • Schutzrohr für den Schornstein 145€
    • Thermometer 23€
    • Holzpaddel zum Umrühren 69€
    • 2 Luftkissen 120 cm x 120 cm ~ 25€
    • Metall- oder Steinplatte vor den Ofen (wegen Glut, die herausfällt)
  • Jährliche Kosten
    • Wasserkosten für eine Füllung ca. 10€
    • Stromkosten ca. 45€/Jahr (0,8 kWh * 180 Tage * 0,30€/kWh ~ 45€)
    • Lärchen-Öl ca. 10€/Jahr

Als Gesamtkosten ergeben sich ca. 4.700€ bei jährlichen Kosten in Höhe von ca. 85€.

Einen großen Teil des Zubehörs bekommt man  direkt bei Sauna & Badetonne im Zubehör-Bereich, wobei wir die Chemie für die Wasserdesinfektion und das Lärchen-Öl woanders bestellt haben. Nur die Sandfilterpumpe, die Eisdruckpolster, die Schwimmnudel, die Luftkissen und die Metall- oder Steinplatte werden nicht angeboten und müssen in jedem Fall anderweitig besorgt werden.

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7 Kommentare
  1. Harald sagte:

    Super Bericht und ich kann, seit 2 Wochen stolzer Besitzer einer Tonne (vom selben Lieferant-Zufall) bestätigen,
    das ist unvergleichlich. Nur mit der Wasserpflege muss ich noch experimentieren. Ich setzt auch Soft & Easy ein, allerdings mit
    einer Umwälzpumpe für ca. 2.000 Liter/Stunde. Mal sehen wie´s klappt.
    Die Idee mit den Luftkissen ist super, wo gibts denn so was?
    In Vorfreude auf den Sommer, aber ab jetzt auch auf einen möglichst kalten Winter grüßt
    Harald

    Antworten
    • Florian sagte:

      Hallo Harald,

      freut mich, dass Dir der Bericht gefallen hat.

      Für die Luftkissen bei google „Luftkissen Pool 120“ eingeben, da findest Du diverse Angebote.

      Viele Grüße
      Florian

      Antworten
  2. Sabine sagte:

    Oh 😍 vielen Dank für die tolle Zusammenfassung. Hab den Artikel gleich meinem Mann weitergeleitet, denn sowas muss unbedingt in unseren Garten. Jetzt müssen wir nur noch ein bisschen sparen, aber das lohnt sich! Danke das du diesen tollen Blog machst! LG Sabine (mainbine)

    Antworten
    • Uta sagte:

      Liebe Sabine!
      Das sparen lohnt sich wirklich: wir haben uns für Badetonne statt Badrenovierung entschieden und sind so glücklich mit der Entscheidung! In eine normale Badewanne passen nämlich niemals so viele Menschen ;0)
      Liebste Grüße von Uta

      Antworten
  3. Ulrike sagte:

    Liebe Uta, lieber Flo,

    vielen Dank für diesen umfassenden und informativen Post über eure Badetonne. Herzliche Grüße, Ulrike

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  4. Katrin sagte:

    Ich danke dir herzlich für diesen Beitrag. Er kommt genau richtig. Denn als Urlaubersatz, haben wir beschlossen uns einen Hotpot zu kaufen. Danke für deine ausführlichen Infomationen.

    LG

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